Was kann dieses Haus schon kosten...

Beitrag vom 16.09.2016 | Autor: Peter Reikersdorfer

Über Immobilienpreise wird gerne diskutiert. Jeder hat mehr oder weniger Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt und ein vermeintliches Gefühl für den Immobilienmarkt entwickelt. Aber sehen wir uns ein ganz bestimmtes Haus an. Ein paar Fakten dazu vorab:

Der Meerblick soll auch nicht unerwähnt bleiben.

Also, was darf so eine Immobilie nun kosten?

Richtig, die Lage spielt ja auch eine entscheidende Rolle. Das Anwesen steht in einer kleinen Gemeinde zwischen Monaco und Nizza direkt an der Cotê d’Azur. Suzanne Marnier-Lapostolle, das ist der Name der Besitzerin, will das Anwesen aus einem ganz einfachen Motiv an den Mann oder an die Frau bringen. Sie möchte sich „verkleinern“. Ein auch hierzulande häufig antreffendes Motiv für einen Immobilienverkauf. Nicht so häufig anzutreffen ist hierzulande jedoch der Angebotspreis für diese Immobilie.
 

Die Villa "Les Cèdres" im Kurzportrait



Der Angebotspreis liegt bei einer satten Milliarde Euro. 
Ja, richtig. € 1.000.000.000,-

Ich kenne jetzt die Immobilienpreise in Südfrankreich nicht im Detail. Aber auch mein Gefühl und das der Kollegen aus Südfrankreich sagt, dass der Angebotspreis, sagen wir außergewöhnlich hoch ist.
Es scheint, dass sich auch bei der Festlegung des Angebotspreises Immobilienbesitzer meist gleich verhalten. Egal ob in Österreich, Südfrankreich oder sonst irgendwo auf unserem wunderschönen Planeten. Verkäufer werden oft zu richtigen Zockern und setzen den Angebotspreis entgegen aller Verkaufschancen höher an, als den realistischen Marktpreis. Runtergehen kann man ja immer noch. (Fast) jeder Immobilienverkäufer möchte für seine Immobilie den besten Verkaufspreis erzielen. Das ist legitim und nachvollziehbar.

Es gibt jedoch empirische Untersuchungen die zeigen, dass Immobilien die überteuert angeboten werden in aller Regel dann unter dem tatsächlichen Marktpreis verkauft werden. Der Schuss geht also nach hinten los. Warum? Ein zu hoher Angebotspreis vertreibt ernsthafte Interessenten sofort. Woher soll der Interessent auch wissen, dass noch Verhandlungsspielraum gegeben ist?

Der hohe Angebotspreis wirkt sich somit negativ auf die Nachfrage und auf die Verkaufschancen aus.
Mehr Erfolg verspricht noch immer ein realistischer Angebotspreis. Dadurch werden zahlreiche Interessenten für Ihre Immobilie angesprochen und der Immobilienverkäufer befindet sich in der stärkeren Verhandlungsposition. Als logische Konsequenz ist auch die Verwertungsdauer wesentlich kürzer.
Sollte also jemand Frau Marnier-Lapostolle persönlich kennen, bitte ich Sie diese Information an sie weiterzuleiten. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät...

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