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PROGNOSE IMMOBILIENMARKT 2020

Beitrag vom 02.01.2020
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Abermals sagt der RE/MAX-Immobilien-Zukunfts-Index RREFIX für das nächste Jahr über alle Immobilientypen für Gesamtösterreich ein minimal steigendes Immobilienangebot, ein leicht steigende Nachfrage und moderat steigende Preise voraus. Angebot, Nachfrage und Preise wachsen, aber geringer als im Jahr zuvor. Der RE/MAX Real Estate Future Index, kurz RREFIX ist die Summe der Expertenmeinungen von rund 560 Immobilien-Experten in ganz Österreich.

Wachstumskurve positiv, aber moderater als in der Vergangenheit!

Österreichweit erwarten die 560 RE/MAX-Experten auch für 2020 ein Immobilienjahr voll positiver Tendenzen – eine positive, aber ruhige und unspektakuläre, moderate Aufwärtsentwicklung.

Konkret erwarten sie im Immobilienbereich insgesamt leichte Anstiege bei Nachfrage, Angebot und Preis. All diese Anstiege für 2020 liegen aber unter den erwarteten Anstiegen für 2019. Eine weitere Abflachung des Wachstums im Sinne einer „Normalisierung“ ist also in Sicht, allerdings auf geringerem Niveau als zuletzt.

Über alle Immobilientypen, Preisklassen und Gebiete zusammen – so die RE/MAX Experten – soll die Nachfrage demnach um „nur“ +2,6 % zulegen (nach zuletzt +3,0 %), das Angebotsplus wird jedoch nur +0,4 % betragen (statt zuletzt +1,0 %).

Der Preis wird auf die Abflachung der Nachfragekurve reagieren und 2020 „nur“ um +3,3 % statt zuletzt prognostiziert um +3,6 % zulegen.

Separat nach Angebot, Nachfrage, Preis und Bundesland getrennt wurden für den RE/MAX Real Estate Future Index 2020 wieder die 17 wichtigsten Kombinationen aus Lage und Immobilientyp analysiert, diesmal mit einigen interessanten neuen Ergänzungen im Bereich der Immobilientypen.

„Wir sehen eine sehr gute Grundstimmung: Die Maximalwerte sind geringer als in den Vorjahren, das deutet auf Kontinuität hin. Mehr Indikatoren als zuletzt sind im Plus, das zeigt eine unspektakuläre, aber positive Grundstimmung. 13 der 17 Preisindikatoren zeigen nach oben. Jene vier, die leicht nach unten weisen, liegen aber positiver als für 2019. So gesehen sind die Aussichten für alle Marktteilnehmer stabil und gut einschätzbar“, meint Mag. Anton E. Nenning, Managing Director bei RE/MAX Austria.

Die Trends in den PREISSEGMENTEN

Im oberen Preissegment der Immobilien wird die Nachfrageentwicklung positiver eingeschätzt als in den Vorjahren, wenngleich noch immer mit negativem Vorzeichen. Die Nachfrage-Prognose hat sich von -1,3 % (für 2018) und -0,4 % (für 2019) auf -0,3 % für 2020 erholt.

Die Angebotsprognose für die gehobene Preisklasse liegt für 2020 bei +0,6 % (nach +1,2 % für 2019 und +1,3 % für 2018).

Der leicht positive Preistrend im oberen Preissegment verstärkt sich etwas, nämlich auf +1,5 %.

Das mittlere Preissegment zeigt in der RREFIX-Prognose eine nach wie vor gute Nachfragedynamik mit +2,7 % (zuletzt +3,3 %). Das Angebot soll zwar wachsen, allerdings geringer als 2019 (+1,0 %) und geringer als die Nachfrage. Die Erwartungshaltung beim Preis ist mit +3,4 % unverändert gegenüber 2019.

Auch das untere Preissegment bei Immobilien entwickelt sich trotz Zuwachs langsam in Richtung Entspannung, denn die Zuwachsraten nehmen ab:

Die Nachfrageentwicklung für 2020 liegt bei +4,7 %. Zum Vergleich: Für 2018 hieß es +7,8 % und für 2019 +5,7 %.

Das Angebot 2020 soll im unteren Preissegment nur um +0,3 % zulegen, nach +0,2 % für 2019 und +0,3 % für 2018, also eigentlich keine echte Veränderung.

Die Preise im unteren Segment sollen 2020 um +4,0 % steigen, was geringeren Raten als 2019 (+4,2 %) und 2018 (+5,6 %) entspricht.

„Diese und die nachfolgenden Indikatoren deuten darauf hin, dass der Markt in Richtung Gleichgewicht geht. Auch wenn die Einpersonenhaushalte weiter zunehmen und der anhaltende Zuzug in die Ballungsräume aufgrund der Binnenmigration aus Österreich und der EU vorhanden ist, so ist die grenzenlose Goldgräberstimmung am Wohnungsmarkt verflogen. Der große Nachfrageüberhang ist zumindest teilweise – im wahrsten Sinn des Wortes – abgebaut. Gleichzeitig ist das Preisniveau in manchen Gegenden derart hoch, dass für einige Bevölkerungsgruppen Wohnungseigentum weder erreichbar noch erstrebenswert erscheint“, folgert Nenning.

Die Trends: IMMOBILIENTYPEN und LAGEN

Eigentumswohnungen in Top-Lagen: ungebrochen begehrt

Eigentumswohnungen in zentralen Lagen werden in der Nachfrage auf Rang drei – hinter den Baugrundstücken und Einfamilienhäusern – landen. Eine Nachfragesteigerung um +3,6 % wird 2020 erwartet, bei +4,6 % lag die Erwartung für 2019.

Weil das Angebot nur um +0,7 % (zuletzt: +1,1 %) zulegt, wird der Preisauftrieb auf hohem Niveau bleiben, sich aber im Vergleich zu den Vorjahren abschwächen, statt +5,6 % für 2018 und +4,5 % für 2019 sind für 2020 +4,0 % in Aussicht gestellt. Das ist der zweite Rang unter den 17 Immobilientypen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine neue Fragestellung, nämlich der Split nach Wohnungsgrößen: Dabei wird Wohnungen unter 65 m² ein Preisschub von +4,6 % und jenen über der Durchschnittsgröße von +2,0 % vorhergesagt.

Mietwohnungen in Top-Lagen: attraktiv, aber nicht mehr so heiß umkämpft

Auch für 2020 erwarten die RE/MAX-Immobilienexperten eine Nachfragesteigerung bei Mietwohnungen in zentraler Lage, allerdings auf spürbar niedrigerem Niveau als noch in den Jahren zuvor: +3,2 % für 2020. Für 2019 lag der Wert bei +4,1 %, für 2018 bei +5,5 % und für 2017 sogar bei +7,6 %. Es geht also wesentlich moderater bergauf als in den Jahren davor. Unter den 17 untersuchten Immobilientypen ergibt das bei der Nachfrage nur mehr den vierten Rang.

Das Angebot wächst 2020, wenngleich minimal geringer als 2019, nämlich um +1,2 %. Bei den frei zu vereinbarenden Wohnungsmieten in Top-Lagen sollte daraus bei Neuvermietungen insgesamt eine Steigerung von +2,0 % resultieren. Zum Vergleich die Prognose für 2019: Damals lag dieser Wert noch bei +2,7 %.

„Weil die Kaufpreise wieder stärker steigen werden als die frei zu vereinbarenden Mieten, kommt als Anlagemotiv vor allem die Sicherheit zum Tragen. Schließlich sind die möglichen Vermietungsrenditen aufgrund der unterschiedlichen Preisentwicklungen zwischen Kauf und Miete immer geringer“, so Nenning.

Eigentumswohnungen am Stadtrand: Steigerung auf niedrigerem Niveau

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen am Stadtrand steigt um +2,0 % (Vorjahr +2,4 %), das Angebot wächst um +1,3 % (Vorjahr +1,7 %) und der Preis legt um +2,5 % (Vorjahr: +2,7 %) zu.
Im Vergleich zu den Top-Lagen im Zentrum liegen die Änderungen bei Nachfrage und Preis für die Stadtrand-Eigentumswohnungen nur gut bei der Hälfte der Innenstadt.

Mietwohnungen am Stadtrand: Entwicklung 2020 schwächer als 2019

Die Nachfrage nach und das Angebot an Mietwohnungen am Stadtrand werden 2020 gegenüber 2019 um rund +1,1 % anziehen. Bei Neuvermietungen mit freier Mietzinsbildung am Stadtrand erwarten die RE/MAX-Experten einen geringen Preisanstieg von +0,7 %, also in etwa auf Höhe der Vorjahreserwartung, aber bedeutend weniger als in Zentrumslagen.

Eigentumswohnungen in Landgemeinden: Preise beinahe unverändert

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Landgemeinden stabilisiert sich nach den RE/MAX-Experten tendenziell wieder auf dem Vorjahresniveau knapp unter Null (-0,2 %). Für 2017 lautete die Prognose -1,9 %, für 2018 -1,1 % und für das Jahr 2019 -0,3 %.

Das Angebot erweitert sich nur um +0,3 % (nach +0,6 %) und die Preise ziehen um +0,7 % an.

„Die Marktverbesserung der letzten Jahre für Eigentumswohnungen am Stadtrand und in Landgemeinden verfestigen sich offensichtlich. Weder sind weitere Attraktivitätsgewinne noch Rückschritte erkennbar“, meint Nenning.

Mietwohnungen in Landgemeinden: schwächelnde Preise

Die Prognosen für Mietwohnungen in Landgemeinden sind traditionell sehr zurückhaltend: Für 2020 wird mit schwächerer, bis nahezu gleichbleibender Nachfrage (-0,5 %) gerechnet, das ist positiver als 2019 (damals: -1,2 %).

Das Angebot bleibt nahezu konstant (+0,2 %) und die freien Mietzinsen werden zum Teil auch Einbußen in Kauf nehmen müssen: im Schnitt -0,5 %.

Penthouses, Lofts und Maisonetten: langsam wieder im Kommen

Für Penthouses, Lofts und Maisonetten wird für 2020 eine nahezu unveränderte Situation erwartet: -0,2 % bei der Nachfrage, -0,1 % beim Angebot und eine Preissteigerung von +1,1 %.

Einfamilienhäuser bleiben im Trend

Die Einfamilienhäuser haben sich in der Nachfrage-Erwartung um einen weiteren Rang verbessert (2018 noch auf Rang vier) und landen jetzt auf Platz zwei. Gleichwohl geht die Steigerungsrate bei der Nachfrage zurück, von +4,8 % (2018) über +4,3 % (2019) auf +3,8 % im Jahr 2020.

Das Einfamilienhaus-Angebot bleibt 2020 exakt auf dem Niveau von 2019. Die Auswirkungen auf die Einfamilienhauspreise lauten: +3,5 % für 2020, nach +3,7 % (2019) und +4,1 % (2018).

Wer ein Haus mit Garten besitzt und es verkaufen möchte, weil z.B. die Kinder bereits ausgezogen sind und die Pflege und Instandhaltung beschwerlich wird, der hat aktuell sehr gute Chancen. Die Nachfrage ist gut, die Finanzierbarkeit ebenso und die Konkurrenz am Markt überschaubar. Mit einer realistischen Verkaufspreis-Einschätzung und einer professionellen Vermarktungsstrategie können mit Sicherheit sehr gute Preise erzielt werden“, erklärt Nenning.

Baugrundstücke bleiben wie 2019 auch 2020 das Maß aller Immobilienwünsche

Unverändert Rang eins bei der Nachfrage, Rang 17 von 17 beim Angebot und Rang eins bei der Preisentwicklung. Die Grundstücks-Nachfrage-Steigerung soll bei +5,1 % liegen, der Zuwachs soll also geringer sein als 2019 (+5,5 %), aber immer noch ausreichend für den Spitzenplatz.

Das Angebot soll um -2,3 % zurückgehen, das ist 2020 der schwächste Wert unter allen Kategorien.

Daher wird auch der Preis spürbar anziehen. Den Berechnungen zufolge um +5,3 %. Zum Vergleich: Vor wenigen Jahren war eine Wertsteigerung von nur +1 % erwartet worden. Seither ist die Prognose der Baugrundpreise jedes Jahr steiler hinauf gegangen. Für 2018 lautete sie dann +6,3 %, für 2019 noch +5,5 %. Für 2020 scheint sich also auch hier der Preisanstieg weiter leicht abzuschwächen.

Land- und forstwirtschaftliche Flächen: Preise moderat im Plus

Die Situation für Agrarflächen ähnelt der im vergangenen Jahr: Die Preise für Wiesen, Ackerland, Wald und Weingärten werden auch 2020 voraussichtlich leicht (+0,7 %) anziehen. Die Nachfrage steht bei -0,1 % und das Angebot soll um -1,2 % zurückgehen.

Wohnobjekte in Einzellagen weiter im Aufwind

Für Wohnobjekte in Einzellagen, also eher unspektakuläre Objekte ohne direkte Nachbarn, liegen die Erwartungen für 2020 nahezu parallel zu jenen vom Vorjahr: Spürbar mehr Nachfrage (+2,6 %) und ein minimal sinkendes Angebot (-0,6 %) lassen Preissteigerungen im Bereich von +3,1 % erwarten.

Die alleinstehende Villa am Pistenrand mit unverbaubarem Blick über die Stadt / das Tal / den See, ist allerdings eine andere Kategorie, sie fällt unter Luxus.

Luxusimmobilien – erstmals erhoben

Für die Top-Fünf-Prozent bei Wohnungen und Häusern gelten etwas andere Regeln aufgrund anderer Einflussfaktoren. Erstmals abgefragt, werden bei Luxusimmobilien generell eine schwache Nachfrage (-0,3 %), ein geringfügig größeres Angebot (+0,4 %) und ein Preisniveau, das um +1,0 % anzieht, erwartet.

Wochenendhäuser

Kommt eine Renaissance der Wochenendhäuser? Den Wochenendhäusern wird seit Jahren eine sinkende Nachfrage nachgesagt. Werte bis minus 6 % wurden damals genannt. Minus 0,8 % ist der beste Wert seit Langem. Das Angebot soll um -0,7 % zurückgehen und der Preis erstmals wieder anziehen, nämlich um +0,5 %.

„Entscheidend ist dabei vor allem das Ambiente und was man an den Wochenenden dort unternehmen kann. Wandern, Mountainbiken, Schwimmen und Schifahren oder Langlaufen sichern eine entsprechend gute Nachfrage“, so Nenning. „Das unbeliebte Rasenmähen, das Hauptargument gegen eine Wochenendbleibe im Grünen, übernimmt in der Regel längst ein Rasen-Roboter.“

Stadt- und Zinshäuser: ziehen wieder an

In der allgemeinen Landschaft der geringer werdenden Zuwachsraten fällt die Prognose für Stadt- und Zinshäuser 2020 höchst positiv auf.

So prognostizieren die RE/MAX-Experten für 2020 eine stärker wachsende Nachfrage mit +1,7 % (nach +1,3 % für 2019), ein unverändert schwaches Angebot (-1,3 %) und ein Preisplus von +2,2 % (nach +2,0 %).

Der Stadt- und Zinshausmarkt bewegt sich also wieder auf eine leichte Dynamisierung zu.

Gewerbeimmobilien

Im Österreich-Durchschnitt sehen die RE/MAX-Experten für Betriebsgrundstücke eine Preisentwicklung von +0,4 %, für Betriebsliegenschaften -1,1 %, für Handelsflächen und Ladenlokale -1,6 % und für Büroflächen -1,1 %. Auch das sind durchwegs freundlichere Signale als vor einem Jahr. Weitere Kommentare dazu folgen.

Immobilienmarkt-Prognose Wien 2020

In der Bundeshauptstadt erwarten die Wiener RE/MAX-Experten für 2020 einerseits eine Entspannung bei Angebot und Nachfrage: das Nachfrage-Plus von +2,9 % ist geringer als zuletzt und das Angebots-Plus von +1,5 % ist größer als im Vorjahr. Dennoch wird insgesamt ein höherer Preisanstieg, nämlich um +4,1 % erwartet.

In Top-Lagen sollen die Preise für Eigentumswohnungen beinahe unvermindert um +5,2 % anziehen, die neu verhandelten Mietpreise mit freier Mietzinsbildung mit +2,7 % jedoch erheblich geringer als zuletzt (2019 +4,3 %) ausfallen.

Auch am Stadtrand ist eine ähnliche Bewegung spürbar: Obwohl die Nachfrage geringer steigt als im Jahr zuvor und das Angebot stärker wächst, ziehen die Preise für Eigentumswohnungen stärker an als zuletzt: um +2,7 % (für 2019: +2,3 %). Die frei zu vereinbarenden neuen Mieten legen dagegen nur um +0,8 % (für 2019: +1,0 %) zu.

Der Wert-Zuwachs bei Einfamilienhäusern soll nach den Wiener RE/MAX-Experten bei +4,0 % liegen, jener von Zinshäusern bei +4,4 %, beide Male ein halber Prozentpunkt mehr als in der 2019er Prognose.

Wer Baugrundstücke besitzt, darf sich glücklich preisen. Sie sind rar und höchst begehrt. Die Nachfragesteigerung (+6,3 %) ist stärker als bei allen anderen Immobilientypen, das Angebot zusammen mit den Zinshäusern das schwächste (-1,8 %). Dementsprechend liegt die Preiserwartung zwar unter dem Wert für 2018, aber über jenem von 2019, und zwar bei +6,5 % und damit auf Platz eins in Wien.

Maisonetten, Lofts und Penthouses haben nach der Konsolidierungsphase wieder Aufwind beim Preis: +1,9 %. Das Luxussegment (Top 5 %) der Wohnungen und Häuser soll um +1,7 % zulegen.

Kommentar Immobilienmarkt Wien

„Die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Wiener Bezirken mit hoher Kaufkraft, wie Hietzing, ist weiterhin stark“, erklärt Johanna Prosenik, Geschäftsführerin von RE/MAX First in Wien Hietzing. „Fakt ist jedoch, dass das Immobilienangebot in Hietzing rückläufig ist. Die teuerste Wohnung kostete in Hietzing 7.800 Euro pro m2. Die Immobilienexpertin stellt fest, dass der Trend zum Kauf von Vorsorgewohnungen in den meisten Wiener Bezirken weiterhin anhält, „was unter anderem mit den niedrigen Zinsen zu tun hat.“

Ein erwähnenswertes Objekt am Hietzinger Immobilienmarkt ist eine Stilvilla mit modernem Dachgeschoßaufbau, die perfekt klassischen mit modernem Stil verbindet. 360 m² Wohnfläche auf 1.100 m² Grund ergeben einen Kaufpreis von 2,5 Mio. Euro.

In Hietzing wurden laut Prosenik Einfamilienhäuser meist über einer Million Euro verkauft, das teuerste erzielte 4,75 Mio. Euro. Baugrundstücke sind im 13. Wiener Gemeindebezirk sehr rar. Einen Spitzenpreis erzielte ein Grundstück mit einem Preis von über 1.500 Euro pro m2.

In den Bezirken innerhalb des Gürtels erwartet Ing. Mag. Christian Probszt, Geschäftsführer von RE/MAX Solutions in Wien 1, einen weiteren Preisanstieg bei neuen und gebrauchten Eigentumswohnungen: „Eigentumswohnungen sind weiterhin eine der beliebtesten Anlageformen. Gerade in Zeiten, in denen sich vieles rasch verändert, bieten Immobilien für viele Käufer eine große Sicherheit.“ Das Angebot in den Innergürtelbezirken ist klein und die Nachfrage wächst ständig. Für 2020 plant Probszt wieder das „Wiener Zinshausforum“, das sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen wird. 2019 nahmen beim Wiener Zinshausforum 300 Teilnehmer teil.

„Auch im Jahr 2019 fand ein moderater Preisanstieg statt, der sicherlich nicht so stark war wie in den Jahren davor“, erklärt Mag. Manfred Zeilinger, Geschäftsführer von RE/MAX Emotion mit Schwerpunkt westliche Wiener Bezirke, insbesondere 14. Bezirk. „Die Käufer sehen die Immobilie weiterhin als sichere Anlageform.“ Auffallend ist für den Immobilien-fachmann, dass im 19. Bezirk viele Immobilien schon längere Zeit am Markt sind, „was mit den unrealistischen Preisvorstellungen mancher Verkäufer zu tun hat.“ Beim Erstbezug von Neubauwohnungen achten die Käufer sehr stark auf die Mikrolage des Objekts. „Aber auch hier kann es zu längeren Verkaufszeiten kommen“, so Zeilinger. Bei neuen Eigentumswohnungen in Hütteldorf können die Preise bis zu 6.000 Euro pro m2 erreichen. „Die Preisspanne im 14. Bezirk ist sehr groß, wobei nahe vom 15. Bezirk mehr Vorsorgewohnungen gefragt sind, während in Hütteldorf eher für den Eigenbedarf mit oftmals besserer Ausstattung und größeren Grundrissen gesucht wird“, beschreibt Zeilinger die Lage, „dennoch sind die Preise in Hütteldorf noch immer geringer als in Hietzing. Es ist aber zu erwarten, dass das Interesse am 14. Bezirk in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird.“ Im 15. Bezirk ortet Zeilinger noch keine Trendviertelentwicklung, wie es beispielweise im 16. Bezirk am Yppenplatz der Fall ist. Bei neuen Eigentumswohnungen in gehobener Ausstattung finden sich im 19. Bezirk auch Objekte im fünfstelligen Bereich. Zeilinger stellt für 2019 in den Bezirken 14 – 19 bei Eigentumswohnungen einen Preisanstieg von durchschnittlich +5 % fest. „Bei Eigentumswohnungen im unteren Preissegment zwischen 40 – 60 m2 ist der Preisanstieg aber höher als im oberen“, so Zeilinger.

Bei Mietwohnungen herrscht in den westlichen Bezirken eine gute Angebotssituation, das wird sich auch auf die Preise auswirken, darauf sollten sich die Vermieter einstellen. Die Grundstückspreise sind 2019 teilweise im zweistelligen Prozentbereich gestiegen und Preise von 1.000 Euro pro m2 und darüber sind auch schon im 14. Bezirk möglich. Bei Einfamilienhäusern in Wienerwaldlagen ist 2019 ein Preisanstieg von rund +8 % festzustellen. „2020 wird der Preisanstieg abflachen und in guten Lagen sich der Trend aus den vergangenen Jahren fortsetzen“, sagt Zeilinger.

Phänomen Leerstände

Wilhelm Fetscher, Geschäftsführer von RE/MAX DCI, der mit seinen Partnern Immobilienbüros in den Wiener Bezirken 4, 10 und 22 und drei Büros im angrenzenden Niederösterreich führt, hat sich eingehend mit den Leerständen in Wien befasst. Er ortet zumindest drei diskussionswürdige Phänomene:

„Alleine in den Bezirken 10, 21 und 22 stehen mehrere tausend Neubau-Wohnungen leer“, so Fetscher. „Dieser Wohnraum wäre zwar theoretisch verfügbar, nur können oder wollen sich das anscheinend viele doch nicht leisten. Die reine Kalkulation, wie viele Quadratmeter kommen auf den Markt, greift für die Beurteilung der Wohnraumsituation zu kurz. Die Wohnungen müssen aufgrund der Lage, Größe und Ausstattung auch zu den Interessenten passen und für sie leistbar sein.“ Wohnungen stehen aber auch leer, weil offensichtlich den Eigentümern die in vielen Fällen illegale Kurzzeitvermietung aufgrund strengerer Kontrollen zu heiß geworden ist. Da rechnet Fetscher mit einigen Verkäufen in absehbarer Zeit, weil die geschäftsorientierten Eigentümer die erhofften Vermietungen doch nicht wie geplant realisieren können. „Diese Verkäufe, die für die Verkäufer durchaus schmerzlich sein können, weil sie zu teuer eingekauft haben, könnten durchaus einen minimalen Entspannungseffekt auf den Markt bringen“, so Fetscher.

Problematischer sieht Fetscher die Leerstände bei Wohnungen von Erben und Anlegern. „Immer wieder sehen wir Eigentümer, die aufgrund des MRG eine herkömmliche Vermietung ablehnen. Oft sind das Erben, die nicht vor Ort wohnen oder auch Geldanleger. Gemeinsam ist beiden die Angst, dass die Vermietung einer einzelnen Wohnung unrentabel und stressig ist und vor allem, dass sie Mieter, wenn sie dann die Wohnung doch irgendwann selbst nutzen oder verkaufen wollen, nie wieder oder nur sehr schwer loswerden können. Für die Erben kommt dazu, dass sie auch oft nicht wissen, wie sie einen etwaigen Verkaufserlös aktuell sinnvoll anlegen könnten. Als Konsequenz daraus horten sie wertvollen Wohnraum, völlig unproduktiv, der in der Stadt einfach fehlt.”

Auffallend ist auch, dass so gut wie überall in Wien die Mietpreise der vergangenen Jahre nicht mehr zu bekommen sind.          

Sehr stark nachgefragt sind derzeit Grundstücke, die für mehrgeschoßigen Wohnbau geeignet sind. „Die Bauträger überbieten sich bei Preisen“, so Fetscher.

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