Wien: Quadratmeterpreis im Fünfjahresvergleich + 23,7 %

Beitrag vom 22.04.2021
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WIEN:

Wohnungsverkäufe wieder knapp über vier Mrd. Euro

Mit 14.795 neu verbücherten Eigentumswohnungen legt Wien 2020 um +249 Einheiten (+1,7 %) gegenüber 2019 zu und bleibt trotzdem noch um -124 Einheiten (-0,8 %) unter dem Allzeithoch von 2018. Damit ist der Anteil der in Wien verbücherten Wohnungen gegenüber der Summe im Bundesgebiet wieder von 29,2 % auf 29,4 % gestiegen. In den letzten zehn Jahren lag er zweimal knapp über 30 % (2010, 2011) und zweimal knapp unter 29 % (2016 und am Tiefpunkt 2015 mit 28,4 %) und sechs Mal dazwischen.

Der Verkaufswert der 2020 eingetragenen Eigentümerschaften beläuft sich auf 4,03 Mrd. Euro, nach 4,05 Mrd. Euro im Jahr 2019. Es fehlen also ganze -0,4 % auf den bisherigen Spitzenwert.

 

Preise bremsen sich 2020 ein, Quadratmeterpreis im Fünfjahresvergleich + 23,7 %

Im Durchschnitt lag der typische Verkaufspreis einer Eigentumswohnung in Wien 2020 laut RE/MAX ImmoSpiegel bei 247.253 Euro und nur um +1.061 Euro über dem Jahr 2019. Die Preissteigerungen in den letzten zehn Jahren davor betrugen pro Jahr durchschnittlich +11.985 Euro. „Der absolute Preisauftrieb 2020 ist also nicht einmal ein Zehntel des vorher üblichen Wertes gewesen“, erläutert Nenning. „Eine Veränderung der Entwicklungskurve ist deutlich sichtbar“, ergänzt Reikersdorfer, und meint weiter: „Andererseits war das vorauszusehen und wir haben mehrfach vorausgesagt, dass die Entwicklung der Vergangenheit nicht bis ins Unendliche weiterlaufen kann.“

 

Ein Viertel aller Käufer zahlte 2020 weniger als 164.859 Euro für ihre neue Wiener Wohnung, somit um +3,7 % oder +5.859 Euro mehr als 2019. Diese Steigerung ist nur mehr ein Drittel des Anstiegs von 2018 auf 2019 (+11,0 %).

Ein weiteres Viertel bezahlte mehr als 319.162 Euro, praktisch unverändert zu 2019.

 

Wiener Wohnungen nochmals kleiner

Die bisher kleinsten durchschnittlichen Wohnungsgrößen wurden in Wien 2017 und 2018 gemessen. Nach einem kurzen Gegentrend 2019 sind sie 2020 noch weiter nach unten gegangen, und zwar auf 62,8 m².

Die Veränderung betrifft in erster Linie die größeren Wohnungen des obersten Quartils: Sie sind von 82 m² auf 79 m² geschrumpft. Die Klein- und Kleinstwohnungen des unteren Viertels liegen aktuell bei 45,7 m², einem Wert wie 2016 und 2017, aber noch erheblich über dem Minimum von 2014 mit 43,2 m².

 

Quadratmeterpreise um 98 Euro höher

Typischerweise wurde ein Wiener Wohnungsquadratmeter 2020 um 4.186 Euro gehandelt, somit um +2,4 % über dem Wert von 2019. Damit ist der Wert in den letzten fünf Jahren um insgesamt +23,7 % gestiegen.

 

In 13 Bezirken sind die Quadratmeterpreis gestiegen, in zehn gefallen

Von den elf Bezirken mit den höheren Quadratmeterpreisen weisen sieben steigende Preise aus. Von den anderen elf mit den niedrigeren dagegen sechs fallende Preistrends.

 

 

QUADRATMETERPREISE in Wien

Der Erste: beim Quadratmeterpreis und beim Rückgang die Nr. 1

Klar voran, wie in all den Jahren zuvor, liegt erwartungsgemäß der Bezirk Innere Stadt mit 10.318 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bemerkenswert allerdings ist, dass auf den Preis von 2019 ganze 2.168 Euro oder -17,4 % fehlen. Im Detail sind im unteren Preisviertel die Quadratmeterpreise von 9.141 Euro auf 7.631 Euro (-1.509 Euro, -16,5 %) und im obersten Viertel von 16.758 um -3.558 Euro auf 13.200 Euro (-21,2 %) zurückgegangen.

 

Kanzlerbezirk mit dem höchsten Wachstum

Auf Platz zwei hat sich der Bezirk Landstraße vorgekämpft – mit 5.418 Euro und +9,6 % und damit Wieden (5.338 Euro, -2,9%) auf den dritten Rang verwiesen. Döbling fehlen nach einer Aufholjagd mit +5,3 % nur mehr 20 Euro auf den Quadratmeterpreis in Wieden.

Am günstigsten je Quadratmeter kommt man in Simmering zu einer Wohnung, wenngleich mit 3.344 Euro um +2,3 % teurer als zuvor. Hernals mit 3.410 Euro (-13,9 %) und Brigittenau mit 3.422 Euro sind die nächstgünstigeren Alternativen. Den stärksten Einbruch verzeichnete wie schon erwähnt der Erste (-17,4 %), die stärkste Zuwachsrate jedoch der „Kanzlerbezirk“ Meidling mit +17,0 %.

 

Eigentumswohnungen Quadratmeterpreise 2020 in Wien

(Quelle: RE/MAX Austria / IMMOunited / Amtl. Grundbuch)

 

Quadratmeterpreise Wien

 Euro/m²

+/-% zu 2019

Rang

Wien 1., Innere Stadt

         10 318  

-17,4

1

Wien 3., Landstraße

           5 418  

9,6

2

Wien 4., Wieden

           5 338  

-2,9

3

Wien 19., Döbling

           5 318  

5,3

4

Wien 18., Währing

           5 224  

5,7

5

Wien 7., Neubau

           5 093  

7,4

6

Wien 8., Josefstadt

           4 897  

0,7

7

Wien 9., Alsergrund

           4 794  

-5,1

8

Wien 6., Mariahilf

           4 732  

-2,0

9

Wien 13., Hietzing

           4 672  

1,9

10

Wien 22., Donaustadt

           4 383  

6,8

11

Wien 14., Penzing

           4 178  

5,0

12

Wien 12., Meidling

           4 168  

17,0

13

Wien 5., Margareten

           4 044  

9,9

14

Wien 2., Leopoldstadt

           3 955  

-10,8

15

Wien 21., Floridsdorf

           3 801  

6,4

16

Wien 15., Rudolfsheim-Fünfhaus

           3 714  

-2,8

17

Wien 16., Ottakring

           3 670  

-3,8

18

Wien 23., Liesing

           3 651  

1,1

19

Wien 10., Favoriten

           3 538  

-2,5

20

Wien 20., Brigittenau

           3 422  

-0,9

21

Wien 17., Hernals

           3 410  

-13,9

22

Wien 11., Simmering

           3 344  

2,3

23

 

 

Der offizielle Schnäppchentipp / die billigsten Quadratmeter

„2020 waren die günstigsten Quadratmeter im Bezirk Brigittenau zu finden. Jeder vierte kostete dort weniger als 2.280 Euro. Auch in Hernals schlupfte mit 2.451 Euro noch ein Viertel unter den magischen 2.500 durch. Jeder vierte Quadratmeter in Ottakring lag unter 2.542 Euro, in Favoriten unter 2.638 Euro und in Simmering unter 2.671 Euro. Knapp über der 3.000-Euro-Grenze finden sich noch ein Viertel der Quadratmeterpreise in Liesing mit 3.011 Euro und in Rudolfsheim-Fünfhaus mit 3.030 Euro“, verrät Mag. Anton Nenning.

 

Die Nobel-Ecken

Am anderen Ende der Preisrange finden sich die teuersten Quadratmeter in den teureren Bezirken. Abgesehen vom Ersten, wo jeder vierte Wohnungsquadratmeter über 13.200 Euro wert war, kommen die Josefstadt auf 6.873 Euro und Wieden auf 6.691 Euro. Währing mit 6.514 Euro, Landstraße mit 6.480 Euro und Döbling mit 6.452 Euro pro Quadratmeter im obersten Viertel sowie Neubau mit 6.372 Euro hängen Alsergrund, Mariahilf und Hietzing (unter 6.000 Euro) klar ab.

 

WIEN WOHNUNGPREISE

Für eine Wohnung im Ersten fünf in Ottakring

Der erste Bezirk in Wien ist bezüglich Wohnungspreis das Maß aller Dinge. Aber auch bei der Wohnungsgröße: im Durchschnitt 106,6 m². Die Käufer bezahlten 2020 ebendort 997.811 Euro, um -12,0 % weniger als 2019. Dieser Rückgang ist der höchste prozentuelle wie absolute unter allen Bezirken. „Auch wenn die Zahlen im ersten Bezirk auf einen Rückgang an Attraktivität hinweisen würden, lohnt sich wegen der geringen Transaktionszahlen ein genauer zweiter Blick. Die Nachfrage ist auf jeden Fall ungebrochen“ erklärt Ing. Mag. Christian Probszt, MRICS, RE/MAX Solutions Wien 1.

Somit gehen sich nach den Berechnungen der RE/MAX-Experten nur mehr zweieinhalb Wiedner Wohnungen im Abtausch für eine im Ersten aus: zu 401.500 Euro jeweils und um +10,2 % mehr als zuletzt.

In Döbling – unverändert auf Rang drei – lag der Wert bei 385.477 Euro (+7,6 %). Als erster Bezirk neben den Podestplätzen folgt Josefstadt mit 339.346 Euro und dem höchsten prozentuellen Preisanstieg in Wien mit +15,2 %. Die Preise in Währing, Hietzing und Alsergrund liegen unter jenen des Vorjahres: In Währing bei 335.059 Euro (-2,3 %), in Hietzing bei 331.963 Euro (-0,7 %) und in Alsergrund bei 324.585 Euro (-2,6 %).

Der Bezirk Neubau folgt auf Rang acht mit 317.235 Euro (+2,7 %), dahinter Mariahilf mit 304.478 Euro je Wohneinheit (+4,8 %) und Landstraße mit 302.698 Euro (+6,0 %). Mit immerhin fast 50.000 Euro Abstand geht es weiter in der Donaustadt (256.527 Euro, -3,9 %). Liesing markiert den Median der Wohnungspreisliste mit 253.923 Euro (+4,4 %). Penzing startet als teuerster Bezirk in der günstigeren Hälfte (248.083 Euro, +6,3 %) gefolgt von Leopoldstadt mit 246.563 Euro. Die minus 22.927 Euro (-8,5 %) zum Vorjahr in der Leopoldstadt stellen dem RE/MAX ImmoSpiegel zufolge den größten Rückgang mit Ausnahme des Ersten dar.

Meidling, schon bei den Quadratmeterpreisen positiv aufgefallen, legte bei den durchschnittlichen Wohnungspreisen um +7,6 % zu – das ist ex aequo mit Wieden die vierthöchste Steigerungsrate – und kommt auf 224.120 Euro. Floridsdorf mit 219.525 Euro (+2,9 %) und Margareten mit 218.436 Euro (ebenfalls +2,9 %) liegen knapp beisammen. In Simmering kostete 2020 eine Wohnung 210.821 Euro, um +5,3 % mehr als 2019. Zu den Top-Fünf im Preis-Leistungsverhältnis zählen Hernals mit 197.941 Euro (-7,3 %), Rudolfsheim-Fünfhaus mit 197.199 Euro (+7,2 %), die Brigittenau mit 192.229 Euro (+10,0 %), Favoriten mit 190.504 Euro (-4,4 %) und Ottakring mit 185.648 Euro (-2,5 %).

Bei den günstigsten 25 % der Wohnungen finden sich wieder die fünf letztgenannten, aber mit billigeren Preisen: Rudolfsheim-Fünfhaus (123.989 Euro, -0,8 %), Favoriten (123.000 Euro, -10,2 %), Brigittenau (120.000 Euro, 0,0 %), Hernals (115.851 Euro, -21,7 %) und Ottakring (113.512 Euro, -12,4 %).

 

Somit haben in 14 Wiener Bezirken die typischen Wohnungspreise zu 2019 zugelegt und in neun abgenommen. Diese neun Bezirke verursachen aber 47 % des Wiener Wohnungshandels, weil die Big-Four, nämlich Donaustadt (1.532 Verkäufe), Favoriten (1.453), Ottakring (1.116) und Leopoldstadt mit 968 Wohneinheiten darin enthalten sind. Die größten Mengenzuwächse verzeichneten Meidling, Floridsdorf, Penzing und Leopoldstadt von rund einem Drittel, die größten Rückgänge mussten Favoriten und Neubau mit rund einem Viertel hinnehmen.

 

Weitere Details zum Wiener Markt für Eigentumswohnungen finden Sie unter remax.at/presse/immospiegel/wohnungspreise#wien

Foto: helgro  / pixelio.de 

 

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