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Recht aktuell: Schimmel muss nicht toleriert werden

Beitrag vom 20.12.2017
SachverhaltIn einer Mietwohung hat sich schon im ersten Winter Schimmel rund um die Schlafzimmer- und Dachschrägenfenster gebildet. Obwohl der Mieter regelmäßig die Wohnung gelüftet hat, besserte sich die Lage nicht. Daraufhin machte er von der Möglichkeit der Mietzinsminderung zunächst in Höhe von 30% und anschließend in Höhe von 60% gebrauch, was den Vermieter dazu veranlasste eine Klage auf Nachzahlung und Räumung einzubringen. UrteileDas Erstgericht stellte zwar Baumängel fest, jedoch ging es auch von einer Mitverantworlichkeit des Mieters aus, weshalb eine Mietzinsminderung von 15% angemessen sei. Auch das Berufungsgericht folgte dieser Auffassung.Beschluss des OGHWird ein Objekt zu Wohnzwecken vermietet, hat der Vermieter dafür einzustehen, dass es in ortsüblicher Weise auch dafür genutzt werden darf und nutzbar ist (vgl dazu anschaulich LG für ZRS Wien, 40 R 104/08b). Bei der wie ausgeführt üblicherweise anzunehmenden, durchschnittlichen Brauchbarkeit eines als Wohnung vermieteten Bestandobjekts wird der Mieter daher auch erwarten können, dass mit einem durchschnittlichen Lüften das Auslangen gefunden werden kann. Ist ein darüber hinausgehendes Lüftungsverhalten erforderlich, um Schimmelbildung zu verhindern, wird in der Regel davon auszugehen sein, dass dies an der Beschaffenheit des Bestandobjekts, nicht am normalen Wohnverhalten des Bestandnehmers liegt.Kann Schimmelbildung nicht mit einem normalen Lüftungsverhalten verhindert werden, ist dies daher dem Vermieter, nicht dem Mieter zuzurechnen.Hier geht es zur Originalentscheidung des OGH.

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