Immobilienmarkt 2022

Beitrag vom 22.02.2022 | Autor: RE/MAX Austria

    PROGNOSE IMMOBILIENMARKT 2022:

    Grundstimmung: Vorbei mit „moderat“! Wachstumskurve zeigt steil nach oben!

    Österreichweit erwarten die 600 RE/MAX-Experten generell auch für 2022 ein grundsätzlich durchaus positives Immobilienjahr, allerdings mit einigen Veränderungen zu den Vorjahren. Konkret erwarten sie im Immobilienbereich insgesamt, im Vergleich zu 2021, Anstiege bei Nachfrage, Angebot und Preis. Die Unterschiede zu den Vorjahren liegen allerdings in der Intensität:

    Während die Nachfrageprognose von +2,6 % und +2,8 % für die letzten beiden Jahre auf +6,7 % für 2022 springt, stagniert die Angebotsprognose (zuletzt bei +0,4 % und +1,9 %) für das kommenden Jahr bei +1,0 %.
    Damit zieht auch die Preiserwartung steil nach oben, von +3,3 % (2020) über +1,8 % (2021) auf +7,1 % für 2022.

    „Ein neues Biedermeier mit der Wertschätzung der eigenen vier Wände, ein Nachholeffekt nach den Corona-bedingt verhaltenen Erwartungen für 2021 und nicht zuletzt eine sprunghaft steigende Inflation, die auch bei Baumaterialen und Baudienstleistungen und damit bei Neubau und Sanierung voll durchschlägt, kommen in der Prognose für 2022 zusammen“, erklärt RE/MAX-Austria-Experte Mag. Anton E. Nenning. „Die Prognose für 2022 erinnert an jene für 2012, also vor genau zehn Jahren. Allerdings war die Ausgangslage damals bereits in den beiden Jahren zuvor sehr dynamisch.“

    Immobilienmarkt in 17 Hauptsegmenten analysiert

    Getrennt nach Angebot, Nachfrage, Preis und Bundesland wurden für den RE/MAX Real Estate Future Index 2022 wieder die 17 wichtigsten Kombinationen aus Lage und Immobilientyp analysiert.
    Von den 17 Preisindikatoren zeigten für 2020 noch 13 nach oben, für 2021 nur neun, aber für 2022 sogar 14. Was sich gegenüber der 2020er Prognose geändert hat, ist allerdings das Ausmaß der erwarteten Preissteigerung.

    Die Trends in den PREISSEGMENTEN und GRO?SSENKLASSEN

    Im oberen Preissegment der Wohnimmobilien wird die Nachfrageentwicklung in der RREFIX-Prognose spürbar stärker eingeschätzt als in den Vorjahren. Während sie für 2019, 2020 und 2021 bei -0,4 %, -0,3 % und -0,6 % lag, dreht sie für 2022 auf +2,0 %.
    Die Angebotsprognose für die gehobene Preisklasse spiegelt dagegen keine Dynamisierung des Marktes wider. Sie sinkt von +1,1 % für 2021 wieder auf den Wert für 2020, nämlich auf +0,6 %.
    Der sanft positive Preistrend der letzten beiden Jahre (+1,5 % für 2020, +0,1 % für 2021) zieht auf +4,7 % für 2022 an.

    Im mittleren Preissegment steigt die Nachfrage von konstant +2,7 % für 2020 und 2021 auf +6,1 % für 2022.
    Das Angebot wächst schwächer, statt um +2,4 % für 2021 nur +0,7 % für 2022.
    Die Preiserwartung im Mittelpreissegment geht von +3,4 % für 2019 und 2020 über +1,7 % für 2021 auf +7,4 % für 2022 steil nach oben.

    Für das untere Immobilien-Preissegment sollte sich der Preisdruck den RE/MAX-Experten zufolge nicht entspannen, sondern – ganz im Gegenteil – verstärken.
    Die Nachfrageprognose im unteren Preissegment stieg in den Jahren 2018 bis 2021 von +7,8 % über +5,7 % und +4,7 % auf +5,2 %. Für das neue Jahr liegt sie bei +9,0 %.

    Im unteren Preissegment wurde für 2018 bis 2020 jeweils nur +0,3 % Angebotswachstum erwartet; für 2021 ein Plus von 1,5 %. Dagegen soll 2022 die Anzahl der angebotenen Immobilien im unteren Preissegment zurückgehen, nämlich um -0,2 %.
    Von einem langsameren Anstieg der Preise im unteren Segment – wie für 2021 erwartet – ist für 2022 absolut keine Rede mehr. Nach +5,6 %, +4,2 %, +4,0 % und +3,2 % für die Jahre 2018 bis 2021 lautet die Preiserwartung im unteren Segment für 2022 +8,6 %.

    „Immer wenn die Preise steigen, steigen sie im unteren Preissegment stärker, weil Interessenten aus dem mittleren Preissegment bei gleichbleibendem Budget ins untere Segment rutschen. Der Markt ist aufgewühlt, die Corona-Lockdowns und -Öffnungsphasen haben generell zu einer Verstärkung einer gewissen Hamstermentalität geführt, die auch im Immobilienbereich immer wieder festzustellen ist“, meint Nenning.

    Wohnugsgrößen: Analog zur höheren Preisdynamik im unteren Preissegment sollen die Preise bei den kleineren Wohneinheiten stärker ansteigen als bei den großen: Während die Wohnungen mit weniger als 65 m2 mit +7,7 % Preisauftrieb national zu rechnen haben, sollen es bei den Wohnungen über 65 m2 +6,0 % sein.

    Die Trends: IMMOBILIENTYPEN und LAGEN

    Eigentumswohnungen in Top-Lagen:
    Begehrt, teuer, aber nicht mehr an der Spitze.

    Eigentumswohnungen in zentralen Lagen liegen in der Nachfrageprognose auf Rang sechs, also am Beginn des zweiten Drittels.
    Plus 5,3 % Nachfrageveränderung für 2022 ist doppelt so hoch wie die +2,7 % Nachfrage- Steigerung für 2021 und auch um die Hälfte höher als für 2020.
    Die Angebotsentwicklung wird für 2022 zwar mit +0,9 % positiv gesehen, aber doch leicht schaumgebremst gegenüber den +1,3 % für 2021.
    Die Preiserwartung beendet den Trend der Beruhigung der Jahre: nach +5,6 %, +4,5 %, +4,0 % und +1,9 %: +7,0 % für 2022.

    Mietwohnungen in Top-Lagen:
    Rang 10 von 17.

    +1,6 % Nachfragesteigerung 2022 für Mietwohnungen in zentralen Lagen. Zum Vergleich die Nachfrageprognose mit +7,6 % für 2017, +4,1 % für 2019 und +0,9 % für 2021.

    Das Angebot soll mit +2,0 % stärker steigen als die Nachfrage. Das ist zwar um -0,7 Prozentpunkte weniger als für 2021, aber um +0,8 Prozentpunkte mehr als für 2020. Zumhistorischen Vergleich: 2017 lag die Nachfrageentwicklung noch bei +7,6 %. Die erwartete Angebotsausweitung ist die drittgrößte unter allen 17 Immobilientypen.

    Die Preiserwartung für frei zu vereinbarende Mieten in zentralen Lagen pendelt sich nach dem Einbruch für 2021 (-0,2 %) wieder auf dem Prognoseniveau für 2019 (+2,7 %) und für 2020 (+2,0 %) ein: +2,7 % für 2022.

    „Insgesamt bedeutet das für Mietinteressenten in zentralen Lagen: Ein recht ausgewogener Markt mit einer Preisentwicklung in der Höhe der Inflationsrate“, stellt Nenning fest.

    Eigentumswohnungen am Stadtrand:
    Die begehrteste Wohnung.

    Wie schon in der Erwartung für 2021 soll sich die Nachfrage nach Eigentumswohnungen am Stadtrand besser entwickeln als für Eigentumswohnungen an anderen Standorten und bei allen Mietwohnungen. Plus 3,7 % war schon für 2021 beinahe eine Verdoppelung zur 2020er Prognose. Für 2022 ist wieder nahezu eine Verdoppelung auf +7,3 % Nachfrageplus am Stadtrand angesagt, das ist Rang vier von 17 und die höchste im Stadtbereich.
    Mit +1,3 % soll sich das Angebot kontinuierlich weiterentwickeln – nach +1,5 % für 2021 und +1,3 % für 2020.
    Die Preisentwicklung der Eigentumswohnungen am Stadtrand wird nach +2,7 % und +2,5 % für 2019 und 2020 und dem Dämpfer für 2021 (+1,2 %) erheblich steigen, nämlich um +6,1 %.

    Mietwohnungen am Stadtrand:
    Gefragter als 2021.

    Die Nachfrage nach Mietwohnungen am Stadtrand soll 2022 den RE/MAX-Experten zufolge um +1,3 % zunehmen. Das ist mehr als 2021 (+0,8 %) und 2020 (+1,1 %).
    Das Angebot soll – wie schon für 2021 prognostiziert – auch 2022 um +2,0 % zulegen.
    Auch die frei zu vereinbarenden Mietzinse sollen bei Neuvermietungen am Stadtrand wieder ansteigen: Erwartet werden für 2022 +2,0 %, nach Stillstand für 2021 (-0,5 %) und +0,7 % für 2020.

    Eigentumswohnungen in Landgemeinden:
    Holen auf.

    Wohnungseigentum in Landgemeinden war 2018 auf Rang 11 und von 2019 bis 2021 dreimal auf Rang zehn in der Nachfrageentwicklung. In der Vorschau für 2022 sind Wohnungen am Land plötzlich auf Platz sieben zu finden – aufgrund einer Steigerung um +3,1 %.
    Dagegen soll den RE/MAX-Experten zufolge die Angebotskurve wie für 2021 auch für 2022 geringfügig um +0,5 % zulegen.

    Auch bei den Preisen finden sich die Eigentumswohnungen mit Rang sieben weiter vorne als zuletzt: +5,1 % Wertsteigerung sind um +4,9 Prozentpunkte und +4,4 Prozentpunkte mehr als 2021 und 2020.

    Mietwohnungen in Landgemeinden:
    Nicht im Fokus, aber positiv.

    Weil die Stimmung für Immobilien generell positiv ist, wirkt das auch auf Mietwohnungen in Landgemeinden. Ein Run ist allerdings nicht zu erwarten. Die Einschätzungen für diese Objektgruppe sind üblicherweise sehr vorsichtig, jene für 2021 war aber noch zurückhaltender als für die vorangegangenen Jahre.
    Die Nachfrage steigt nach +0,1 % für 2021 auf +0,3 % für 2022.
    Das Angebot sinkt nach +1,3 % für 2021 auf +0,5 % für 2022.
    Die Mietpreisentwicklung bei frei zu vereinbarenden Neuvermietungen soll die Inflation abdecken und um +2,0 % nominal ansteigen.

    Wohnungen insgesamt:

    Bei Eigentumswohnungen ergeben sich Prognosen mit höheren Preissteigerungen als in den letzten Jahren und der Stadtrand und auch die Landgemeinden scheinen wesentlich attraktiver zu werden.
    Bei neuen, freien Mietabschlüssen sind die Steigerungsraten wesentlich geringer als bei den Eigentumswohnungspreisen und der Stadtrand und die Landgemeinden haben wesentlich bessere Aussichten als früher.

    Penthouses, Lofts und Maisonetten:
    Kleiner Aufschwung.

    Die Nachfrage für Penthouses, Lofts und Maisonetten wird nach -0,2 % und -0,9 % für 2020 und 2021 auf +1,6 % für 2022 steigen.
    Das Angebot bleibt nahezu unverändert zur Vorjahresvorschau (+0,2 %).
    Der Preis allerdings – so wird erwartet – soll für diese hochwertigen Wohnlocations 2022, nach Prognosen von -0,2 % und +1,1 % für 2021 und 2020, um +4,0 % steigen.

    Einfamilienhäuser:
    Mehr als nur begehrt.

    Die Einfamilienhäuser bleiben auch für 2022 in der Nachfrage-Erwartung, wie 2020 und 2021, auf Rang zwei, diesmal allerdings ex aequo mit Wohnobjekten in Einzellage.
    Seit Jahren sind die Prognosen der Nachfrageveränderungen sehr hoch: 2018: +4,8 %, 2019: +4,3 %, 2020: +3,8 % und 2021 +4,0 %. Aber für 2022 fällt die Situation noch deutlicher aus: +7,9 % Nachfragezuwachs.

    Das Angebot an Einfamilienhäusern soll dagegen gleichbleiben, oder sogar noch unmerklich um -0,3 % zurückgehen. Damit sind diese Aussichten pessimistischer als für 2019 (+0,3 %), 2020 (0,0 %) und 2021 (+1,5 %).

    In der 2021er-Preis-Prognose mit +2,8 % (nach +3,7 % für 2019 und +3,5 % für 2020) schwang eine gewisse Hoffnung mit, dass sich die Situation wieder normalisiert und ihren Ausgleich findet. Davon ist in der Preisvorschau für 2022 nichts zu finden: +7,5 % garantiert Hochspannung in der Wertentwicklung für Einfamilienhäuser.

    „Hausbesitzer, die jetzt verkaufen wollen, haben aktuell hervorragende Chancen. Ob ein Trauerfall, eine Trennung, eine Übersiedlung oder die im Alter vielleicht zu mühsame Instandhaltung der Grund ist oder einfach die Überlegung, bei bestem Wind maximal Kapital aus dem Betongold zu schlagen, um den Lebensabend in vollen Zügen genießen zu können – die Nachfrage ist einmalig gut, die Finanzierbarkeit für die Käufer immer noch sensationell und die Konkurrenz am Markt überschaubar. Mit einer professionellen Vermarktungsstrategie und einer optimierten digitalen Preisfindung können Profis nicht nur einen, sondern den für den Eigentümer bestmöglichen Käufer finden“, erklärt Nenning.

    Wohnobjekte in Einzellagen:
    Heiß begehrt, kostspielig und oft prestigeträchtig.

    Wohnobjekte in Einzellagen, also mit erheblicher Distanz zum Nachbarn, sind ganz vorne im Ranking der Wohnobjekte. Schon in der 2021-Erwartung ist die Nachfrage von +2,6 % für 2020 auf +3,9 % gestiegen. Für 2022 lautet die Nachfrageaussicht +7,9 %, also ex aequo mit den Einfamilienhäusern auf Rang zwei.
    Die Angebotsmenge dreht von gerade noch positiv für 2021 (+0,3 %) auf doch schon negativ (-0,5 %) für 2022.
    Die Preiserwartung für Einzellagen geht allerdings durch die Decke. Im Vorjahr noch auf +3,0 %, gilt für die 2022-Prognose beinahe eine Verdreifachung der Preissteigerung auf +8,2 %. „Einzellagen und die damit verbundenen Baugenehmigungen abseits geschlossener Siedlungen sind rar, begehrt und kaum vermehrbar. Schließlich sind die Kommunalverantwortlichen angehalten, die Zersiedelung der Landschaft zu verhindern und gleichzeitig ihre Infrastrukturkosten mit Straßenerhaltung, Kanalisation, Wasser und andere Leitungsnetze unter Kontrolle zu halten“, sagt Reikersdorfer.

    Wochenendhäuser:
    Als oft kleinere Einzellagen voll im Trend.

    Wenn es für die große Einzellage nicht reicht, ist die kleine Einzellage möglicherweise die Wahl schlechthin. Früher hieß sie noch Wochenendhaus und war jahrelang unbeachtet und nur wenig begehrt. Seit der Prognose für 2021 (+2,1 %) ist der Nachfragetrend im positiven Bereich.
    Für 2022 ist sogar ein Plus von +5,4 % angesagt.
    Das Angebot soll auf -1,2 % absacken, nach +0,2 % für 2021.

    Bei der Preisentwicklung sehen die RE/MAX-Experten für 2022 ein Plus von 7,3 % (nach +2,1 % für 2021 und +0,5 % für 2020) und damit die vierthöchste Steigerungsrate.

    Hinaus auf’s Land

    „Herauslesen kann man aus den Preistrends für Einfamilienhäuser, Wochenendhäuser und Wohnobjekte in Einzellagen nicht, dass die Gesellschaft im Moment dabei ist, egozentrierter oder egoistischer zu werden. Hineininterpretieren lässt es sich allerdings schon. Denn auffällig ist, dass gerade jene Wohnformen, bei denen die Bewohner weniger oder keinen Kontakt zu Mitmenschen haben, besonders hoch im Kurs stehen. Man kann darin aber auch einfach nur den wachsenden Wunsch nach Leben in der Natur und intakter Umwelt sehen“, meint Nenning.

    Baugrundstücke:
    Bleiben auch 2021 das Maß aller Immobilienwünsche.

    Ein Grundstück mit einer Widmung als Bauland ist die Grundvoraussetzung für Neubautätigkeit. Dem aktuellen gesellschaftlichen Trend entsprechend (siehe vorhin) und durch die günstige Zinssituation ermöglicht, ist der Neubau für viele ein großer Wunsch. Ob es ein Traum bleibt, oder doch Realität wird, entscheidet oft die Suche nach einem entsprechenden Baugrund.
    Die Nachfrage nach Baugrundstücken brummt schon seit einigen Jahren deutlich hörbar: +5,5 % für 2019, +5,1 % für 2020 und +6,6 % für 2021. Für 2022 wird jedoch eine Nachfragesteigerung von +10,1 % erwartet. „Ein Grund für den Nachfrage-Boom ist die Erwartungshaltung vieler, dass die Neuaufschließung von Baugrundstücken nicht so wie in der Vergangenheit weitergehen wird,“ teilt Nenning mit.
    Diese Meinung bestätigt die Prognose, dass das Angebot um -3,7 % zurückgehen wird. Das ist pessimistischer als für alle anderen 16 Immobilienkategorien und um -1,6 Prozentpunkte und -1,4 Prozentpunkte negativer als für 2021 und 2020.
    Der Preis für Baugrundstücke wird weiter steigen und die Steigerungsrate auf hohem Niveau bleiben. Zum Vergleich die Vorhersagen für die letzten Jahre: +5,5 % für 2019, +5,3 % für 2020 und +5,4 % für 2021. Für 2022 lautet die Prognose: +10,2 %.

    Land- und forstwirtschaftliche Flächen:
    Plötzlich Bewegung.

    Die Nachfrageentwicklung bei Agrarflächen lag 2020 und 2021 bei -0,1 % und +0,1 %, also praktisch ein Stillstand. Für 2022 sind +1,8 % am Horizont. „Das wäre bei anderen Immobilienkategorien keine Aufregung. Bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen ist das nach den Werten der Vergangenheit jedoch bemerkenswert“, kommentiert Nenning.
    Das Angebot geht 2022 um -1,5 % zurück, nach -0,5 % für 2021 und -1,2 % für 2021.
    Die Preistendenz – für 2020 und 2021 noch bei +0,7 % und +0,3 % – ändert sich auf +3,8 %.

    „Die Verkäufer von Baugrundstücken sind in der Mehrzahl Landwirte. Oft kaufen diese mit den Erlösen Ersatzlandwirtschaftsflächen, die aber auch nicht beliebig vermehrbar sind. Das spürt und sieht man jetzt auch im Preis“, erklärt Nenning.

    Luxusimmobilien:
    Verhalten, aber im allgemeinen Trend.

    Die Top-Fünf-Prozent bei Wohnungen und Häusern unterliegen anderen Einflussfaktoren als der großen Mehrheit, weil die Käufer und Verkäufer weniger von kurzfristigen Schwankungen der Wirtschaftssituation beeinträchtigt sind und die Finanzierbarkeit weniger von Fremdmittelverfügbarkeit abhängt.
    Die Erwartung für die Nachfrage springt von -0,9 % auf +1,8 % für 2022, jene für das Angebot von +0,2 % für 2021 auf -0,3 % und die Preisentwicklung von zuletzt +0,2 % auf +3,8 %. Unverändert spielen in die Erwartungshaltung der REMAX-Experten auch die Reisebeschränkungen für das internationale Klientel hinein.

    Stadt- und Zinshäuser:
    Moderat bergauf.

    Die Nachfragekurve für Stadt- und Zinshäuser soll von +1,7 % für 2020 auf +1,4 % für 2021 auf +2,9 % für 2022 anziehen.
    Das Angebot bleibt zu knapp: Nach -1,3 % (2020) und -0,8 % (2021) sind -0,6 % für 2022 noch immer ein Rückgang, wenngleich der Trend Richtung Ausgleich geht.
    Im allgemeinen Preisgemenge sollen die Stadt- und Zinshäuser 2022 in der Mitte des Feldes laufen: +4,9 % sind Rang acht unter den 17 Kategorien.

    Gewerbeimmobilien:
    Unterschiedlich, teilweise optimistischer als je zuvor.

    Betriebsgrundstücke:

    Schneiden für 2022 österreichweit am besten ab.
    Die Nachfrage steigt von -4,1 % auf -0,9 %. Das ist zwar immer noch ein Rückgang, aber wesentlich weniger als für 2021 erwartet.
    Das Angebot soll von +0,9 % auf -1,1 % fallen und die Preistendenz von -2,6 % für 2021 auf +2,1 % für 2022 umschwenken.

    Gewerbeobjekte:
    lösen nachfragetechnisch keine Begeisterungsstürme aus, aber -2,2 % sind nach -6,1 % (2021) schon wie Balsam.
    Das Überangebot sinkt von +3,6 % auf +1,5 % und die Preiserwartung kehrt von -4,5 % auf - 0,1 % zurück.

    Geschäftslokale:

    sind nach den Lockdowns und dem Trend Richtung Online-Handel noch immer kein Renner. Die Prognose für 2020 lautete bei der Nachfrage -7,2 %. Da klingen die -4,0 % für 2022 nur mehr halb so negativ. Der Angebotsüberhang soll von +5,4 % auf +2,6 % auf die Hälfte schrumpfen. Das ist aber dennoch das größte Angebotswachstum unter den 17 Kategorien. Die Preistendenz soll sich von -5,9 % auf -1,7 % bewegen, also zumindest die Richtung stimmt, dennoch vorletzter Platz.

    Büroflächen:

    scheinen – wohl dem Homeoffice-Trend und dem Desk-Sharing geschuldet – die Verlierer aus der Pandemiezeit zu sein. Letzter Rang bei der Nachfrage- und bei der Preisentwicklung. Eine 2022er Nachfrage mit -4,4 % Rückgang ist um +2,6 Prozentpunkte zuversichtlicher als in der 2021er Prognose. Währenddessen steigt das Angebot um +2,1 %, ebenso wie vorhin nur mehr halb so stark wie ein Jahr zuvor. Beim Preis ist das Minus von 1,9 % nur mehr ein gutes Drittel des Rückgangs von 2021, aber dennoch um -0,8 % negativer als in der Erwartung für 2020.
    „Gewerbeimmobilien wurden in der Vergangenheit oft mit nicht besonders rosigen Zukunftsaussichten bewertet. Nach dem Absturz in der 2021er Prognose folgt nun eine Aufwärtsbewegung in allen Bereichen. Grundstücke und Betriebsgebäude erholen sich sogar über das Niveau von 2020, Ladenlokale und Büroflächen bleiben 2022 noch darunter“, analysiert Nenning.

    PROGNOSEN und KOMMENTARE für die B U N D E S L A? N D E R

    WIEN
    PROGNOSE WIEN Immobilienmarkt 2022

    Die Wiener RE/MAX-Experten sehen für die Bundeshauptstadt im Jahr 2022 generell eine steile Entwicklung der Nachfrage: das Nachfrage-Plus für 2020 (+2,9 %) verdoppelt sich nach +1,9 % für 2021 auf +5,5 % für 2022.
    Andererseits schrumpft das Angebot wieder um -0,2 % und so überspringt die Preiserwartung mit +5,4 % jene für 2020 (+4,1 %) und erst recht die von 2021 mit +1,5 %.

    In zentralen Lagen sollen die Preise für Eigentumswohnungen wieder steigen – 2022 um +4,9 % (2021: +2,8 %, 2020: +5,3 %). Neu abgeschlossene Mieten mit freier Mietzinsbildung sollen 2022 um +0,9 % anziehen (2021: 0,0 %, 2020: +2,7 %).

    Am Stadtrand ein ähnliches Bild: Die Preise für Eigentumswohnungen legen 2022 um +4,2 % zu (2021: +1,6 %, 2020: +2,7 %) und jene der Mietneuabschlüsse (freier Mietzins) um +0,5 % (2021: -0,2 %, 2020: +0,8 %).

    Die Einfamilienhäuser-Preise werden den Wiener RE/MAX-Experten zufolge 2022 um +5,6 % (2021: +3,6 %, 2020 +4,0 %) zulegen, jene von Zinshäusern um +4,7 % (2021: +2,4 %, 2020: +4,4 %).

    Wie überall sind Baugrundstücke auch in Wien der absolute Renner – sofern überhaupt vorhanden. Die Nachfragesteigerung klettert 2022 auf +7,7 %, nach +6,2 % für 2020 und 2021.
    Das Angebot geht um -2,4 % zurück und die Preise um +6,8 % nach oben (2021: +4,9 %, 2020: +6,5 %).

    Maisonettes, Lofts und Penthouses folgen zwar nicht dem Trend hinaus ins Grüne, aber dem zu mehr Wohnqualität.
    Die Vorhersage für 2022 lautet: +2,3 % Preissteigerung. Für 2021 lautete sie noch -0,1 % und für 2020 +1,9 %

    KOMMENTAR Wien, innere Bezirke

    „Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist in den Innenbezirken sehr hoch, hingegen ist das Angebot schwach“, erklärt Ing. Mag. Christian Probszt, Geschäftsführer von RE/MAX Solutions in Wien. „Immobilienbesitzer sehen in anderen Investitionsmöglichkeiten wenig Alternativen zu Immobilien.“ Der Immobilienexperte konstatiert 2021 bei Eigentumswohnungen einen Preisanstieg von 5 bis 10 %. Probszt sieht Wien im Vergleich zu anderen Städten, wie bspw. London und Paris nicht als Markt für Luxusimmobilien. „Gehobene Immobilien werden in Wien sehr häufig für den Eigenbedarf gekauft.“ Eine besonders starke Nachfrage erkennt der Immobilienfachmann bei Zinshäusern, insbesondere bei entwicklungsfähigen Liegenschaften, aber auch bei generalsanierten Häusern, die für Stiftungen und langfristige Investoren infrage kommen. Für 2022 erwartet er in der Stadt einen weiteren Preisanstieg in allen Immobilienklassen.

    KOMMENTAR Wien, Bezirke außerhalb des Gürtels

    „Für Eigennutzer ist das Angebot an freifinanzierten Eigentumswohnungen aufgrund der derzeitigen Preise gering, während bei Anlegern weiterhin ein großes Interesse an neuen Eigentumswohnungen festzustellen ist“, analysiert DI Milla Mouhu, MSc, Geschäftsführerin von RE/MAX Together in Wien 15. „Es zeichnet sich aber ab, dass 2022 mehr Eigentumswohnungen als im letzten Jahr auf den Markt kommen werden. Besonders

    gesucht sind weiterhin Wohnungen mit Balkon oder Terrasse.“ Für das nächste Jahr erwartet Mouhu, dass häufig Eigennutzer, die nicht selbst renovieren wollen oder können, ihre Immobilie im Speckgürtel von Wien suchen werden. Mouhu bringt es bei dieser Gruppe auf die einfache Formel: „Lieber ein guter Zustand außerhalb vom Zentrum als ein schlechter Zustand ohne Balkon im Zentrum.“

    KOMMENTAR Wien, Außenbezirke

    „Im 13. Wiener Gemeindebezirk ist das Immobilienangebot zurückgegangen“, erklärt Johanna Prosenik, Geschäftsführerin von RE/MAX First in Wien Hietzing. „Dieser Rückgang entspricht jenem vom Jahr 2020. Generell ist die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Bezirken mit hoher Kaufkraft – wie bspw. Hietzing – weiterhin groß. Derzeit werden in Hietzing rund 280 Eigentumswohnungen angeboten, im Vergleichsmonat 2020 waren es noch 440. Der Trend nach Wohnimmobilien mit Freiflächen ist aufgrund von Covid-19 noch stärker geworden.“ Bei gebrauchten Eigentumswohnungen beträgt der durchschnittliche Preis rund 5.000 Euro pro m2, bei neuen Eigentumswohnungen rund 5.600 Euro pro m2, bei neuen Dachgeschoßwohnungen rund 6.200 Euro pro m2 und bei neuen Dachgeschoßwohnungen von Bauträgern rund 6.900 Euro pro m2. Der Trend zu Vorsorgewohnungen hat in den meisten Wiener Bezirken 2021 weiterhin angehalten.
    Bei Mietwohnungen ist das Angebot in Hietzing mit rund 450 Wohnungen groß. Einfamilienhäuser werden nicht unter 1,2 Mio. Euro verkauft. Das teuerste Einfamilienhaus erzielte 2021 in Hietzing 6,9 Mio. Euro, in Do?bling 9,6 Mio. Euro.
    Baugrundstücke sind in Hietzing nach wie vor rar und kosten im Durchschnitt 1.200 Euro pro m2.

    Bedenken äußert Wilhelm Fetscher, Geschäftsführer von RE/MAX DCI, über die anhaltend hohe Bautätigkeit in Wien. Der Immobilienexperte betreibt mit seinen Partnern Büros in den Wiener Bezirken 4, 10 und 22 und drei im angrenzenden Niederösterreich. Fetscher: „Derzeit entsteht ein extremer Druck am Wiener Markt sowohl durch private als auch institutionelle Anleger, wie Versicherungen und in- und ausländische Fonds.“ Institutionelle Anleger kaufen hauptsächlich aufgrund der Wertsteigerung der Immobilie und nicht wegen der Rendite durch Mieteinnahmen. Das sehr hohe Volumen bei Neubauten in Wien bewirkt, dass deutlich mehr Neubauobjekte auf den Markt kommen als in den letzten Jahren. Fetscher geht davon aus, dass die Immobilienpreise, insbesondere bei Baugrundstücken, weiter steigen werden. „Wohnungen in Wien, die früher oftmals für Kurzzeitvermietung wie Airbnb genutzt wurden, werden wieder regulär vermietet“, erklärt Fetscher.

    Die gesamten Informationen und Trends für die weiteren Bundesländer können Sie aus der unten angefügten gesamten Presseaussendung entnehmen.

    Quelle: RE/MAX Pressekonferenz, 05. Jänner 2022