Erwartungen für 2021: Stabiler Immobilienmarkt trotz Covid-19

Beitrag vom 08.01.2021
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Immobilienmarkt 2021: Mehr Auswahl, geringere Preissteigerungen

Der RE/MAX Real Estate Future Index, kurz RREFIX, ist die Summe der Expertenmeinungen von rund 560 Immobilien-Experten in ganz Österreich.

Er prognostiziert für 2021:

  • Das Angebot an Immobilien steigt spürbar
  • Die Nachfrage nimmt nur marginal zu
  • Trendknick bei den Preisen: Bei Wohnimmobilien steigen sie in Summe weiterhin, allerdings nur mehr halb so stark wie zuvor
  • Die frei vereinbarten Mieten sollen 2021 eher fallen als steigen
  • Die Preise für Eigentumswohnungen dagegen legen generell noch geringfügig zu
  • Baugrundstücke unverändert im Nachfrage-Hoch, gefolgt von Wohnobjekten in Einzellagen, Einfamilienhäusern, und Wochenendhäusern. Das ist die sogenannte „Stadtflucht“, der Trend „Hinaus auf‘s Land“
  • Eigentumswohnungen in zentralen Lagen erst auf Rang fünf bei Preissteigerungen
  • Gewerbeimmobilien: Aussichten 2021 so schlecht wie 2015

RE/MAX 2020: Honorar-Umsatz trotz Lockdowns beinahe gehalten

  • Über 10.000 Transaktionsseiten erfolgreich abgeschlossen
  • Der Transaktionswert belief sich auf 1,725 Mrd. Euro
  • Umsatz-Steigerungen in den Bundesländern Burgenland, Kärnten und Oberösterreich
  • 1.200 digitale Angebotsverfahren „DAVE“ (exklusiv bei RE/MAX) kontaktlos, transparent und fair abgewickelt
  • Expansion: Interessante Karriere-Chancen beim Marktführer
  • Auszeichnungen 2020: Superbrands-Award zum vierten Mal in Folge

Video-Statement zum Immobilienmarkt 2021

RE/MAX ImmoSpiegel - Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA über den Einfamilienhausmarkt 2020 - 1. Halbjahr
 

Gesamt-Immobilienmarkt 2020

Amstetten, 5. Jänner 2021 – 2020 war, trotz aller Herausforderungen rund um COVID-19, wie auch die vergangenen Jahre, wieder ein gutes Immobilienjahr. Die RE/MAX-Hochrechnung erwartet für 2020 rund 135.000 Immobilien-Verbücherungen. Die Rekorde aus dem Jahr 2019 werden aber wohl nicht ganz erreicht werden, vor allem nicht im Bereich der wichtigen Objektgruppen Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke. Hier gab es bereits zu Jahresmitte ein Minus von 6,5 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Die endgültigen Zahlen wird der RE/MAX ImmoSpiegel 2020 im März 2021 präsentieren. Das Immobilienangebot war 2020 in mehreren Objektgruppen sehr knapp und deutlich geringer als im Vorjahr. Dies führte in vielen Regionen, und hier in erster Linie bei Einfamilienhäusern, zu spürbaren Preissteigerungen. „Die Rahmenbedingungen am Immobilienmarkt sind weiterhin gut und das Zinsniveau ist anhaltend historisch niedrig. Dies und die ungebremst gute Nachfrage, sowohl von Eigennutzern als auch von Anlegern und fehlende alternative Geldanlagemöglichkeiten sowie ein in vielen Regionen knappes Angebot prägten das Jahr 2020. Die Auswirkungen von COVID-19 wird der Immobilienmarkt erst im Jahr 2021 richtig spüren. Eine Finanzierung zu bekommen, wird – vor allem für Jungfamilien – noch schwieriger werden. Fakt ist bereits jetzt, dass Fremdfinanzierungen aufgrund höherer gesamtwirtschaftlicher Risiken oftmals nicht mehr so einfach und reibungslos möglich sind, und die von den Banken geforderte Eigenkapitalquote höher ist als vor Corona“, so Bernhard Reikersdorfer, MBA, Geschäftsführer von RE/MAX Austria.

PROGNOSE IMMOBILIENMARKT 2021:

Grundstimmung: Wachstumskurve positiv, aber viel moderater als in der Vergangenheit!

Österreichweit erwarten die 560 RE/MAX-Experten auch für 2021 ein grundsätzlich durchaus positives Immobilienjahr, allerdings mit einigen Veränderungen zu den Vorjahren. Konkret erwarten sie im Immobilienbereich insgesamt leichte Anstiege bei Nachfrage, Angebot und Preis. Die Unterschiede zu den Vorjahren liegen allerdings in der Intensität:
Während die Nachfrage von +3,0 % über +2,6 % unmerklich auf +2,8 % wandert, springt das Angebot von +0,4 % auf +1,9 %. Ein derartige Angebotsausweitung war zuletzt in den Jahren 2015 bis 2017 prognostiziert worden. Das wiederum entspannt die Preiskurve von zuletzt +3,3 % auf +1,8 %, also beinahe auf die Hälfte. Das heißt, die Grob-Indizes liegen im Wachstumsbereich, allerdings viel gedämpfter als in den Jahren zuvor.

Immobilienmarkt in 17 Hauptsegmenten analysiert

Separat nach Angebot, Nachfrage, Preis und Bundesland getrennt wurden für den RE/MAX Real Estate Future Index 2021 wieder die 17 wichtigsten Kombinationen aus Lage und Immobilientyp analysiert. „Die Grundstimmung ist positiv, aber nicht ausgelassen euphorisch. Ob das in erster Linie Corona mit seinen vielfältigen Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Wirtschaft zuzuschreiben ist, oder doch eher die Fortsetzung der bereits in den letzten Jahren beobachtbaren Trends, lässt sich in manchen Segmenten schwer, in einigen dagegen ganz klar auseinanderhalten. Von den 17 Preisindikatoren zeigten für 2020 noch 13 nach oben. Das hat sich für 2021 insofern geändert, dass nur mehr 9 nach oben weisen. Bezeichnend ist aber der Vergleich der aktuellen Prognose mit der für das vergangene Jahr. Nur 2 der 17 Preisindikatoren liegen über denen des Vorjahres, aber 15 darunter. Noch vor einem Jahr hat die Marktlage als stabil und gut einschätzbar gegolten. Jetzt hat sie einen Preisknick,“ meint Mag. Anton E. Nenning, Managing Director bei RE/MAX Austria.

PROGNOSEN und KOMMENTARE für die Bundesländer

  • Bundeshauptstadt Wien – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Burgenland – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Kärnten – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Niederösterreich – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Oberösterreich – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Salzburg – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Steiermark – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar
  • Tirol und Vorarlberg – Immobilienmarkt-Prognose und -Kommentar

 

PROGNOSE WIEN Immobilienmarkt 2021

In der Bundeshauptstadt erwarten die Wiener RE/MAX-Experten für 2021 generell einerseits eine moderate Entwicklung der Nachfrage: das Nachfrage-Plus für 2020 von +2,9 % geht auf +1,9 % für 2021. Andererseits legt das Angebot stärker (+1,7 %) zu als zuletzt (+1,5 %) und damit reduziert sich die Preiserwartung von +4,1 % für 2020 auf +1,5 % für 2021.


In zentralen-Lagen sollen die Preise für Eigentumswohnungen zwar steigen, aber nur mehr um +2,0 % und nicht um +5,2 % wie 2020. Auch die neu verhandelten Mietpreise mit freier Mietzinsbildung reduzieren die Prognose beinahe im selben Ausmaß, allerdings von einem geringeren Niveau aus. Am Ende sollen sie sich die Mietpreis-Abschlüsse 2021 gegenüber jenen von 2020 nicht unterscheiden (+0,0 %)


Am Stadtrand ein ähnliches Bild: Die Preise für Eigentumswohnungen legen um +1,6 % zu und jene der Mietwohnungen geben um -0,2 % nach. In beiden Fällen soll die Preisveränderung um einen Prozentpunkt unter dem der 2020-er Prognose liegen.


Der Wert-Zuwachs bei Einfamilienhäusern soll nach den Wiener RE/MAX-Experten bei +3,6 % (zuvor +4,0 %) liegen, jener von Zinshäusern bei +2,4 %, beide Male pessimistischer als ein Jahr zuvor.


Wie überall sind Baugrundstücke auch in Wien der absolute Renner, sofern vorhanden. Die Nachfragesteigerung bleibt wie für 2020 mit +6,2 % in schwindelerregenden Höhen. Die Angebotsdynamik ist wie bei den Zinshäusern mit -1,2 % spürbar negativ. Wohl aufgrund des hohen Preisniveaus und der Gesamtwirtschaftssituation soll das zu einer Preissteigung von +4,9 % führen.

Maisonettes, Lofts und Penthouses spüren die Wirtschaftslage und/oder den Trend ins Grüne: Nach +1,9 % für 2020 lautet die neue Preisprognose nur -0,1 %. Auch im Luxussegment verhaltene Aussichten: +0,1 %.

KOMMENTAR Wien, Innere Bezirke

„In den inneren Wiener Bezirken ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen hoch, aber ein wenig zurückhaltender im Vergleich zum vergangenen Jahr“, erklärt Ing. Mag. Christian Probszt, Geschäftsführer von RE/MAX Solutions in Wien. „Dies gilt für die Eigennutzer, bei Anlegern ist die Nachfrage weiterhin sehr stark.“ Die Preise bei Eigentumswohnungen in den inneren Wiener Bezirken sind um rund +4 bis +5 % gestiegen. Bei den Zinshäusern – Probszt richtet u.a. auch die Fachveranstaltung „Wiener Zinshausforum“ aus – sind die Preise aufgrund des großen Interesses von Immobilienentwicklern weiter spürbar gestiegen.


„Im Vergleich zu 2019 ist bei Eigentumswohnungen der Quadratmeterpreis zum Teil um mehr als +10 % gestiegen“, sagt Mag. Bernhard Jakob, akad. IM, Geschäftsführer von RE/MAX Trend. Die Bautätigkeit im 3. Wiener Gemeindebezirk ist sehr hoch, umfasst aber häufig hochwertige Immobilien mit „einem dementsprechend hohen Quadratmeterpreis von bis zu 10.000 Euro. Dies bewirkt, dass die Durchschnittspreise im gesamten dritten Bezirk steigen.“ Eine hohe Nachfrage besteht derzeit an Immobilien mit Balkon und Loggia sowie Gartenwohnungen. „Hier ist anzumerken, dass auch Objekte in nicht perfektem Zustand gesucht sind.“ Für 2021 rechnet der Immobilienexperte aufgrund der Covid-19-Krise mit einem höheren Angebot bei Eigentumswohnungen. Jakob merkt an, „dass es auch vereinzelt besonders interessante Objekte im Fasanviertel oder rund um den Wildganshof gibt.“ Bei Wohnungen mit monatlichen Mietkosten zwischen 800 und 1.500 Euro ist das Angebot sehr groß, „daher ist zu erwarten, dass in diesem Segment die Mietpreise eher fallen“.


KOMMENTAR Wien, Außenbezirke

„Auch in diesem Jahr war die Nachfrage nach Wohnimmobilien in den Wiener Bezirken mit hoher Kaufkraft - wie bspw. Hietzing - stark“, erklärt Johanna Prosenik, Geschäftsführerin von RE/MAX First in Wien Hietzing. „Das Angebot 2020 ist aber im Vergleich zu 2019 etwas kleiner. Im 13. Wiener Gemeindebezirk wurden heuer um rund 5 % weniger Immobilien angeboten als im Vorjahr. Bevorzugt werden aufgrund von Covid-19 derzeit Wohnimmobilien mit Freiflächen.“ Bei gebrauchten Eigentumswohnungen beträgt der durchschnittliche Preis rund 4.900 Euro pro m², was einen Preisanstieg von rund +5 % bedeutet. Bei neuen Eigentumswohnungen beträgt der Preis 6.000 Euro pro m², dies ergibt ein Plus von 9 %. Derzeit werden in Hietzing rund 440 Wohnungen angeboten. Die teuerste war eine Dachgeschosswohnung mit einem Quadratmeterpreis von 8.400 Euro. „Der Trend zum Kauf von Vorsorgewohnungen hält in den meisten Wiener Bezirken weiterhin an“, erläutert die Immobilienexpertin. Das Angebot an Mietwohnungen in Hietzing ist sehr gut, Einfamilienhäuser werden im Normalfall nicht unter einer Million Euro verkauft. Baugrundstücke sind nach wie vor rar und der Quadratmeterpreis beträgt im Durchschnitt rund 1.000 Euro. Das teuerste Baugrundstück kostete beinahe 2.800 Euro pro m².


„Die nächsten Jahre werden für die Immobilienbranche in Wien sehr spannend. Bereits jetzt herrscht durch das zusätzliche Angebot von ursprünglich für Kurzzeitvermietungen angeschaffte Immobilien am regulären Markt ein Überangebot an hochpreisigen Mietwohnungen. So manche fremdfinanzierte Wohnung kann aufgrund der Covid-19 Auswirkungen nicht mehr durch Mieteinnahmen finanziert werden, und wird wieder abgestoßen“, erklärt Wilhelm Fetscher, Geschäftsführer von RE/MAX DCI, der mit seinen Partnern Immobilienbüros in den Wiener Bezirken 4, 10 und 22 und drei Büros im angrenzenden Niederösterreich führt. „Deshalb und aufgrund des aktuell noch sehr hohen Neubauvolumen werden voraussichtlich deutlich mehr Objekte auf den Markt kommen.“ Die Auswirkungen der bereits jetzt spürbaren restriktiveren Kreditvergabe der Banken für Bauträger erwartet Fetscher beim Neubauvolumen ab 2022.

 

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