Aktueller Gesamtüberblick über Österreichs Wohnungsmarkt

Beitrag vom 01.10.2020

Verkäufe von Eigentumswohnungen gehen im Jahresvergleich um -4,0 % zurück, Preise legen um +4,4 % zu

Quadratmeterpreis in Österreich im Durchschnitt bei 3.473 Euro

-       216.227 Euro kostete eine typische Wohnung im ersten Halbjahr 2020

-       Das billigste Viertel aller Wohnungen kostete höchstens 135.000 Euro, das teuerste Viertel mindestens 289.243 Euro

-       Mengen: Oberösterreich verkauft im ersten Halbjahr 2020 mehr Eigentumswohnungen als 2019, alle anderen Bundesländer weniger. Stärkste Rückgänge in Tirol, Burgenland und Kärnten

-       Gesamtverkaufswert für Eigentumswohnungen stagniert bei 5,6 Mrd. Euro

-       Wien mit einem Verkaufswert von 1,82 Mrd. Euro unter dem Vorjahr

-       Quadratmeterpreise im Fünfjahresvergleich um +27,7 % gestiegen

-       Preise: Steigende Preise in allen Bundesländern, am stärksten in Tirol, Oberösterreich und im Burgenland

-       Anteil der Erstbezugswohnungen steigt bundesweit von 37,0 % auf 37,9 %, am höchsten in Tirol, Salzburg und Vorarlberg

-       Preise für Erstbezug gehen um +2,7 %, jene der Gebrauchtwohnungen um +5,0 % nach oben

 

Weitere Informationen, Grafiken und lizenzfreie Fotos finden Sie unter:

www.remax.at  und www.remax.at/presse/presseaussendungen

 

Amstetten, 30. September 2020 – Zum zweiten Mal in Folge ist der Wohnungsmarkt in Österreich nicht gewachsen, sondern zurückgegangen und zwar auf knapp über das Niveau von 2016, das viertbeste Ergebnis bisher – so die RE/MAX-Immobilien-Experten. Die verkauften Mengen konsolidieren sich wieder, die Durchschnittspreise steigen noch (+4,4 %), aber nur mehr gut halb so stark wir im Vorjahr (+7,6 %). Damit liegt die Preissteigerung im ersten Halbjahr 2020 zwischen jener von 2018 und 2019.

Laut IMMOunited, den Experten für Immobiliendaten, die die Daten als Vollerhebung und nicht nur als Stichprobe aus dem Grundbuch ausgelesen haben, und den Analysten des RE/MAX-ImmoSpiegel, wurden im ersten Halbjahr 2020 in den amtlichen Grundbüchern 23.868 Wohnungskäufe registriert, um -4,0 % weniger als 2019 und -8,8 % weniger als im Rekordjahr 2018.

 

Der Transaktionswert ging bei rückläufigen Mengen und steigenden Preisen minimal von 5,66 auf 5,63 Mrd. Euro zurück.

 

Wohnungsmarkt bald nur mehr ein Drittel des Immobilienmarktes

Finanziell hat der Wohnungsmarkt an Bedeutung am Gesamt-Immobilienmarkt weiter eingebüßt. Sein Wertanteil ist im ersten Halbjahr weiter zurückgegangen, vom Höhenflug 2017 mit 38,1 % über 35,5 % (2018) und 34,6 % (2019) auf 34,4 % heuer.

„Der Eigentumswohnungsmarkt befindet sich, trotz des Rückganges um -4 % bei den Verbücherungen im Jahresvergleich, noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Das knappe Angebot hat in vielen Regionen zu weiteren Preissteigerungen geführt. Bei Anlegern, aber auch bei Eigennutzern, stehen Wohnungen trotzdem weiter hoch im Kurs. Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Wohnungsmarkt werden erst Ende des Jahres bzw. im ersten Halbjahr 2021 sichtbar und spürbar werden. Wir erwarten für das erste Halbjahr 2021 ein steigendes Wohnungsangebot und weitestgehend konstante bzw. leicht rückläufige Preise“, erklärt der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA. 

 

WOHNUNGSPREISE in Österreich

Eigentumswohnungen kosten um 9.000 Euro mehr

Im Jahresvergleich zum ersten Halbjahr 2019 haben die typischen Preise für Eigentumswohnungen laut RE/MAX Austria um +4,4 % oder 9.045 Euro zugelegt.

Damit sind die Anschaffungskosten für Wohnungen in den letzten fünf Jahren um +26,9 % gestiegen.

Preissegment unteres Viertel: plus 6.341 Euro

Ein Viertel aller neu verbücherten Wohnungen kostete in Österreich im ersten Halbjahr 2020 weniger als 135.000 Euro. Dieser Grenzwert hat um +4,9 % zum Vorjahres-Vergleichszeitraum zugelegt, also nur geringfügig mehr als der typische Preis über alle Wohnungsgrößen. Dies ist insofern bemerkenswert, weil diese Grenze in den letzten Jahren immer wesentlich stärker als der Durchschnittspreis nach oben gewandert ist und ein Indikator dafür war, dass sich die Eintrittsbarrieren zu Wohnungseigentum überproportional erhöht haben. Im Fünfjahresvergleich stieg die Obergrenze des untersten Quartils um +36,4 %. 

Preissegment oberes Viertel: plus 12.243 Euro

Das obere Preisviertel aller Wohnungen hatte in der Vergangenheit regelmäßig niedrigere Preissteigerungen als der Durchschnitt zu verzeichnen und erst recht als das Viertel des Einstiegspreissegments. Heuer ist die Situation völlig ausgeglichen und daher anders als in den Jahren zuvor: Von 277.000 auf 289.243 Euro erhöhte sich, den RE/MAX-Experten zufolge, die untere Schwelle zum obersten Preisquartil und das entspricht +4,4 %.

Weitere Details zum Eigentumswohnungsmarkt in Österreich finden Sie unter remax.at/presse/immospiegel/wohnungspreise.

 

WIEN

Steigende Preise und sinkende Mengen

Das erste Halbjahr 2020 war schwächer als das Vorjahr. Aber 2019 fehlten noch -707 Wohnungsverkäufe auf 2018, heuer sind es nur -267 auf 2019.

 

Gegenüber dem All-Time-High aus ersten Halbjahr 2018 mit 7.790 verbücherten Wohneinheiten sehen die 6.816 heuer doch eher bescheiden aus, allerdings sind sie um +9,4 % mehr als vor fünf Jahren und um +30,1 % mehr als 2010 und somit der vierthöchste Umschlagswert bisher.

Auch der Transaktionswert aller Wiener Wohnungskäufe ist gefallen, nämlich um -3,0 % auf 1,82 Mrd. Euro. Somit fehlen auf den Spitzenwert von 2018 ziemlich exakt 103 Mio. Euro. Im Fünfjahresvergleich sind das allerdings noch immer um 407 Mio. Euro mehr.

Wiener Bezirksverkaufszahlen: neunmal Plus

Dem RE/MAX-ImmoSpiegel zufolge sind im ersten Halbjahr 2020 in neun der 23 Bezirke die Verkaufszahlen bei Wohnungen nach oben gegangen:

Am stärksten in Leopoldstadt nach einem Durchhänger im Vorjahr: +111 auf 448.

Die Donaustadt baut ihre gute Vorjahresposition aus und holt sich mit +99 und 795 Verkäufen beim Wachstum den Vizebezirksmeistertitel. Meidling mit +66 kommt auf 384 und Penzing mit +64 auf 427 Verbücherungen. Simmering erhöht um +43 auf 302 und schafft den fünften Zuwachs-Rang.

Am unteren Ende der Skala rangiert der Vorjahressieger Favoriten. Heuer fehlen ihm -215 Wohnungen auf das Vorjahresergebnis, schafft aber trotzdem Platz zwei mit 682 Verkäufen. In Floridsdorf (351) kann das hervorragende Vorjahresergebnis nicht erreicht werden; heuer sind es um -76 Verbücherungen weniger als zum Vorjahreshalbjahr. Rudolfsheim-Fünfhaus meldet mit Ende Juni 254 Verbücherungen (-66) und Brigittenau 244 (-60). Die anderen Bezirke weisen geringere Abweichungen zum Vorjahr auf (zwischen -48 und +33).

Wiener Wohnungspreise: Schlanke zwei Prozent mehr

Die Wiener Wohnungspreise stehen immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen. Im ersten Halbjahr 2020 sind sie im Durchschnitt um +2,1 % zum Vorjahrszeitraum nach oben gegangen: 241.661 kostete eine Wohnung RE/MAX zufolge m Durchschnitt und damit um +22,3 % mehr als vor fünf Jahren.

Auch die Leistbarkeit ist immer wieder Thema: Ein Viertel aller Wiener Wohnungen kostete heuer in den ersten sechs Monaten weniger als 162.500 Euro. Dieser Wert ist überproportional nach oben gegangen, nämlich um +8,3 %. „Grund dafür sind nicht nur eher kleinere Anlegerwohnungen, die immer noch hoch im Kurs stehen, sondern auch kleine Eigennutzer-Singlewohnungen im Neubaubereich, die bereits in diese Preisschiene fallen“, erklärt Mag. Anton Nenning von RE/MAX Austria.
 

Im oberen Preissegment sind die Steigerungsraten wie so oft weit geringer: Ab einem Kaufpreis von 308.160 Euro darf man seine neue Wohnung in Wien dem oberen Preisquartil zurechnen. Diese Untergrenze ist zum Vorjahreswert nur um +0,9 % nach oben gegangen.

 

Bezirksauswertung: Josefstadt, Wieden, Brigittenau, Döbling geben Gas

In zwölf Wiener Bezirken legen die Preise zu, in elf zeigt der Trend nach unten.

In absoluten Zahlen führend, wie eh und je, ist der erste Bezirk, zum zweiten Mal nach 2018 mit Durchschnittspreisen von über einer Million Euro, aber -0,1 % unter dem alten Rekord. Bei 1.096.304 Euro Kaufpreis eigentlich unerheblich. Gegenüber 2019 bedeutet das ein Plus von 15,0 %.

Die höchsten Steigerungsraten bei den erzielten Durchschnittspreisen zeigen mit +30,9 % die Josefstadt (365.442 Euro), Wieden mit +23,8 % (417.898 Euro), Brigittenau mit +15,9 % (202.155 Euro), Döbling mit +15,4 % (375.457 Euro) und wie erwähnt die Innere Stadt. Auch Meidlings Wohnungspreise ziehen im Durchschnitt noch zweistellig an (+13,1 %, 223.420 Euro).

Landstraße, Floridsdorf, Mariahilf, Simmering und Margareten liegen zwischen +5 % und +10 %. In Penzing, Ottakring und Liesing bleiben die Preise wie sie waren. In Hietzing, Neubau, Donaustadt, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus gaben sie zwischen -1 % und -5 % nach, in Währung, Hernals, Favoriten und Leopoldstadt sogar mehr.

 

Zweimal die günstigsten Drei

Die drei Bezirke mit den niedrigsten Durchschnittspreisen waren im ersten Halbjahr 2020 Rudolfsheim-Fünfhaus (169.896 Euro, -4,3 %), Favoriten (181.203 Euro, -7,4 %) und Ottakring (194.059 Euro, -0,1 %).

Auch in der Einstiegspreisklasse im unteren Preisviertel führt laut den RE/MAX-Experten Rudolfsheim-Fünfhaus mit 100.068 Euro (-12,7 %), dahinter wieder Favoriten mit 109.906 Euro je Wohnung (-15,4 %) und auf dem drittbilligsten Platz Hernals mit 110.000 Euro (-26,0 %). Ottakring ist bereits deutlich teurer mit 127.000 Euro.

 

Weitere Details zum Wiener Markt für Eigentumswohnungen finden Sie unter remax.at/presse/immospiegel/wohnungspreise#wien.

 

ERSTBEZUGSWOHNUNGEN und GEBRAUCHTE WOHNUNGEN

Ausgewiesene Bauträger-Objekte, also Neubauten oder Generalsanierungen waren im ersten Halbjahr 2020, den Daten von IMMOunited zufolge, 37,9 % der verbücherten Eigentumswohnungen. Damit hat sich die Relation zum Vorjahr nur unwesentlich um +0,9 Prozentpunkte erhöht.

 

Die Anteile an verbücherten Erstbezugswohnungen in den verschiedenen Bundesländern schwankt dem RE/MAX-ImmoSpiegel zufolge zwischen 19,1 % im Burgenland und 44,1 % in Tirol.

 

Erstbezugswohnungen kosteten im ersten Halbjahr 2020 den RE/MAX-Experten zufolge typischerweise 260.000 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von +2,7 %. Die Preise der gebrauchten Eigentumswohnungen haben im selben Zeitraum österreichweit um +5,1 % zugelegt.

 

2019 war im ersten Halbjahr eine Wohnung im Erstbezug im Schnitt um +41 % teurer als eine gebrauchte. Dieser Aufschlag ist 2020 bundesweit im Durchschnitt auf +38 % gesunken.

Er liegt in Wien aktuell bei +20 %, in Tirol bei +23 %, in Oberösterreich und im Burgenland bei +37 % und in Niederösterreich bei +39 %. In der Steiermark, in Salzburg und in Vorarlberg ist der Erstbezugsaufschlag gut +48 % und in Kärnten fast +69 %.

 

Die teuersten Neubau-Wohnungen im Bundesgebiet finden sich laut RE/MAX wie im Vorjahr in Vorarlberg mit 373.194 Euro (+4,8 %) und im Bundesland Salzburg mit 322.277 Euro (+1,2 %). Es folgen Tirol mit 297.901 Euro (+1,6 %), Wien mit 268.337 Euro (-0,9 %), Oberösterreich mit 234.403 Euro (+3,8 %), Kärnten 2020 einen Platz weiter vorne mit 233.516 Euro (+8,9 %), Niederösterreich mit 220.122 Euro (-1,9 %) und mit 195.247 Euro (+7,1 %) die Steiermark.

 

 

SICHERE ZAHLEN AUS DEM GRUNDBUCH

Die Grundlagen für die verlässlichsten verfügbaren Immobilien-Marktdaten in Österreich liefert das Grundbuch mit seinen öffentlich zugänglichen Kaufverträgen, die von der IMMOunited GmbH, den Experten für Immobiliendaten, in der Kaufvertrags-Sammlung vollständig erfasst und von RE/MAX Austria ausgewertet und analysiert werden. Nur diese Kombination erfüllt die drei wesentlichen Kriterien für sichere, valide Daten:

  • Lückenlose Erfassung aller Verkäufe und nicht nur eines verzerrten Teils
  • Tatsächliche Verkäufe statt angebotener Immobilien
  • Tatsächliche Verkaufspreise statt Angebotspreisen

„Perfekte Transaktionsdatensätze generiert IMMOunited nicht nur mit der Erfassung der Immobilienkaufverträge aus dem Grundbuch, sondern auch durch Ergänzungen wie historisch erfassten Nutzwertgutachten, Zusatzinfos aus vorangegangenen Immobilieninseraten, Flächen- und Gebäudeinformationen aus dem österreichischen Grundstücksverzeichnis und Flächenwidmungen aus Flächenwidmungsplänen. Alles zusammen ergibt letztendlich wertvolle Informationen für unsere Makler-Partnerunternehmen“, sagt Mag. Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited GmbH.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.remax.at.

 

 

Teilen auf