Positiver Immobilienmarkt strukturiert sich neu

Beitrag vom 17.03.2021
Immobilienmarkt 2020 Österreich und Bundesländer
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Parkplätze und Kleingärten überfluten die Verkaufsstatistik

Einfamilienhäuser und Grundstücke rückläufig, teuerste verbücherte Immobilie 2020 in Salzburg Stadt

Österreich:

  • Anzahl der Immobilien-Verbücherungen steigt auf 145.780
  • Verkaufswert legt auf 35,1 Mrd. Euro zu

Bundesländer:

  • Wien: drittbestes Ergebnis mit 9,5 Mrd. Euro Immobilien-Verkaufswert
    Alle Flächenbundesländer wertmäßig im Plus, Tirol erstmals auf über 4 Mrd. Euro.

Stärkste Landeshauptstädte:

  • Graz (7.900 Stk., 2,0 Mrd. Euro)
  • Salzburg (2.400 Stk., 1,0 Mrd. Euro)
  • Linz (2.000 Stk., 0,8 Mrd. Euro)

Stärkste Landesbezirke:

  • nach Anzahl der Verbücherungen:
    Innsbruck-Land (3.200 Stk.),
    Graz-Umgebung (3.200 Stk.),
    Baden (2.900 Stk.)
    Salzburg-Umgebung (2.800 Stk.),
    Villach (Stadt + Land: 2.600 Stk.),
    Steyr (Stadt + Land: 2.500 Stk.)
     
  • nach Verkaufswert:
    Kitzbühel (1,1 Mrd. Euro),
    Innsbruck-Land (798 Mio. Euro),
    Salzburg-Umgebung (756 Mio. Euro),
    Graz-Umgebung (741 Mio. Euro),
    Baden (643 Mio. Euro)

Wien Top-Bezirke:

  • nach Verkaufswert:
    Donaustadt (1,10 Mrd. Euro),
    Floridsdorf (618 Mio. Euro),
    Favoriten (612 Mio. Euro),
    Landstraße und Döbling ex aequo (535 Mio. Euro),
    Leopoldstadt (526 Mio. Euro)
     
  • nach Anzahl der Verbücherungen:
    Donaustadt (3.100 Stk.),
    Favoriten (2.200 Stk.),
    Floridsdorf (1.900 Stk.),
    Penzing (1.700 Stk.),
    Ottakring (1.600 Stk.),
    Liesing (1.300 Stk.)

Strukturveränderung:

  • Mengenminus: Einfamilienhäuser: -1.200, Grundstücke: -840, Hausanteile: -470
  • Mengenplus: PKW-Plätze: +6.920, Kleingärten: +1.330, Wohnungen: +550
  • Umsatzplus: Wohnungen +510 Mio. Euro, Mehrfamilienhäuser: +270 Mio. Euro, Grundstücke: +270 Mio. Euro, Reihenhäuser: +230 Mio. Euro
  • Umsatzminus: Gebäude: -370 Mio. Euro, Zinshäuser: -290 Mio. Euro, Hotels, Pensionen: -240 Mio. Euro

Top-Drei-Immobilien-Verkäufe:

  • Ein Gebäudekomplex bestehend aus Büros, Einkaufszentrum, Hotel und Tiefgarage in der Stadt Salzburg um 89 Mio. Euro.
  • Ein Bürogebäude in Wien Alsergrund um 79 Mio. Euro.
  • Ein Gebäudekomplex mit prominenter Adresse in Bregenz um 72 Mio. Euro.
  • Gesamtwert der Top-Ten-Verkäufe in Österreich: 536 Mio. Euro (-8,8 % im Vergleich zu 2019), der Top-100-Verkäufe: 2,0 Mrd. Euro. (-11,5 %).
  • Mindestverkaufswert für die Top-Ten: 38,0 Mio. Euro (+14,5 %) und für die Top-100: 10,5 Mio. Euro (-18,0 %).

Die Top-Objekte der einzelnen Bundesländer finden Sie bei den Bundesländern.
Der Text enthält Zahlen, Daten und Fakten für Gesamtösterreich, jedes Bundesland und jeden einzelnen Bezirk.

Video-Statement zum Immobilienmarkt Gesamtmarkt 2020

RE/MAX ImmoSpiegel - Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA über den Immobiliengesamtmarkt 2020
 

Quicklinks

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Amstetten, 17. März 2021 – Die Wachstumskurve bei den Immobilienverkäufen wird flacher: +5,1 % von 2019 auf 2020, nach +7,4 % im Jahr davor. Das meldet der größte heimische Immobilienvermittler im RE/MAX-ImmoSpiegel 2020. 


Über 7.000 Verbücherungen mehr als 2019

In Österreich wurden 2020 145.780 Objekte, um +7.090 Liegenschaften mehr als im bisherigen Rekordjahr, verbüchert. Die Steigerung im Fünfjahresvergleich ist von 44,2 % für 2019 auf +30,0 % für 2020 gesunken. Im Zehnjahresvergleich liegt der Zuwachs dennoch bei +55,4 %.

 

Geringste Verkaufswertsteigerung seit sechs Jahren

Der Wert aller 2020 in Österreich verbücherten Immobilien lag bei 35,1 Mrd. Euro.

Das sind um +801 Mio. Euro mehr als zuletzt und entspricht einem Anstieg von +2,3 %. Von den Steigerungen der letzten Jahre ist das allerdings weit entfernt:  +7,9 % waren es von 2018 auf 2019 und +13,2 % im Jahr davor. „Man muss schon bis ins Jahr 2013 zurückblicken, um geringere Wachstumsraten zu finden“, bemerkt Mag. Anton Nenning, Managing Director, RE/MAX Austria. „Damals war der Markt um -9,3 % geschrumpft!“

 

„Der Immobilienmarkt bewegte sich auch 2020 auf sehr hohem Niveau. Das Jahr war geprägt von einer sehr hohen Nachfrage, sowohl von Eigennutzern als auch Anlegern, und einem in vielen Regionen knappen Angebot. Speziell Einfamilienhäuser, Baugrundstücke und Eigentumswohnungen erfreuten sich weiterhin sehr großer Beliebtheit. Spürbare Auswirkungen von COVID-19 auf den Immobilienmarkt erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte 2021. Sowohl im Wohn- als auch Gewerbeimmobilienbereich rechnen wir mit einem steigenden Angebot. Bei Wohnimmobilien wird die Nachfrage weiter hoch bleiben und die Preisdynamik wird abflachen“, erklärt Bernhard Reikersdorfer, MBA, Geschäftsführer von RE/MAX Austria.

 

Datenquelle Grundbuch

Als Datenbasis dienen wieder die lückenlos erfassten Kaufverträge im öffentlich zugänglichen amtlichen Grundbuch. Diese Zahlen sind daher die verlässlichsten am Markt. IMMOunited – die Experten für Immobiliendaten – haben sie ausgelesen und als Kaufvertrags-Sammlung publiziert. RE/MAX Austria Research analysiert sie für ganz Österreich und veröffentlicht sie exklusiv im RE/MAX-ImmoSpiegel.

 

„Vollständige Transaktionsdatensätze generiert IMMOunited vor allem durch die Erfassung von Immobilienkaufverträgen aus dem Grundbuch sowie durch Ergänzungen wie historisch erfasste Nutzwertgutachten, Zusatzinfos aus vorangegangenen Immobilieninseraten, Flächen- und Gebäudeinformationen aus dem österreichischen Grundstücksverzeichnis und Flächenwidmungen. All diese Daten ergeben wertvolle Informationen für Partnerunternehmen und den Immobilienmarkt“, sagt Mag. Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited GmbH.

Bundesländer im Vergleich

Während alle acht Flächenbundesländer zum Teil sogar erhebliche Umsatzzuwächse melden, fällt Wien nach der Überschreitung der 10 Mrd. Euro Grenze im Jahr 2019 wieder darunter zurück. 728 Mio. Euro fehlen auf den 2019er Umsatz, aber 9,54 Mrd. Euro sind den RE/MAX-Experten zufolge dennoch der dritthöchste Transaktionswert hinter 2019 und 2018 in der Geschichte der Bundeshauptstadt. Der Anteil Wiens am nationalen Transaktionskuchen ist dadurch weiter geschrumpft und liegt bei aktuell 27,1 % (2019: 29,9 %).

Milliardengrenzen halten

Aufgrund der Zuwächse können Niederösterreich (5,2 Mrd. Euro), die Steiermark (4,5 Mrd. Euro) und Oberösterreich (4,4 Mrd. Euro) die 2019 jeweils neu erklommenen Milliardengrenzen gut absichern. Erstmals neu im „4 Mrd.-Euro-Club“ ist Tirol (4,0 Mrd. Euro). Salzburg mit 2,9 Mrd. Euro nähert sich beständig der 3 Mrd.-Euro-Grenze. Vorarlberg landet bei 2,3 Mrd. Euro, Kärnten bei 1,7 Mrd. Euro und das Burgenland bei 668 Mio. Euro.
 

Steiermark und Oberösterreich: mehr Umsatzplus als Gesamtösterreich
Die Steiermark und Oberösterreich stemmen laut RE/MAX-Analyse mehr als den gesamten österreichweiten Wertzuwachs: Plus 408 Mio. Euro im Land ob der Enns (+10,2 %) und vor allem die +433 Millionen aus der Grünen Mark (+10,6 %) übertreffen die +801 Mio. Euro vom gesamten Bundesgebiet. Wien machts möglich, mit einem Minus von 728 Mio. Euro (-7,1 %) bremst die Bundeshauptstadt die Bundesentwicklung trotz Aufwärtstrend der anderen Bundesländer.
 

Steirisches „Doping“
Fairerweise muss man allerdings anmerken, dass die Politik in Graz die steirischen Zahlen schon 2019 mit Wirkung 2020 durchaus geschönt hat: Übertragungen von Schulen, Kindergärten, Horten, der Oper und vielen anderen Immobilien im öffentlichen Besitz schlagen im Grundbuch 2020 massiv durch.


Platz drei ans Ländle
Rang drei beim Marktwachstum geht an Vorarlberg mit +193 Mio. Euro (+9,3 %), noch vor Niederösterreich mit +154 Mio. Euro (+3,1 %). In der Mitte des Wachstumsrankings liegen die Tiroler mit +122 Mio. Euro (+3,1 %), gefolgt von Kärnten mit +88 Mio. Euro (+5,5 %), Salzburg mit +82 Mio. Euro (+2,9 %) und dem Burgenland mit +48 Mio. Euro (+7,8 %).

Auch die Verkaufszahlen steigen
Dem RE/MAX ImmoSpiegel zufolge legten alle Bundesländer – außer dem Burgenland – 2020 bei der Anzahl der verbücherten Objekte zu, auch Wien. Das Burgenland feiert „nur“ das zweitbeste Ergebnis in der Historie. Niederösterreich führt bei der Transaktionszahl mit 28.871 vor Wien mit 24.223 und der Steiermark mit 23.487 Liegenschaften. Auch Oberösterreich ist mit 21.516 noch in Schlagdistanz. Die zweite Gruppe führt Tirol mit 13.143 an, dahinter Kärnten mit 10.357, knapp vor Salzburg mit 10.251. Die Verfolgergruppe kommt aus dem West- und dem Ostende des Landes: 7.444 Verbücherungen in Vorarlberg und 6.488 im Burgenland.

Steiermark mit der höchsten Mengensteigerung
Die Mengenveränderungen widerspiegeln nicht nur die Größe des Bundeslandes: So führt die Steiermark mit +2.239 Verkäufen (+10,5 %) vor Oberösterreich mit +1.364 (+6,8 %) und Wien mit +1.311 (+5,7 %). 754 Mehrverkäufe in Salzburg bringen ein Plus von 7,9 %, 729 in Vorarlberg dagegen den Spitzenwert des Jahres mit +10,9 %. Vergleichsweise gering ist jedoch die Dynamik in Niederösterreich mit +567 Stück (+2,0 %), knapp vor Kärnten mit 513 zusätzlichen Verbücherungen (+5,2 %). +2,0 % bedeuten für Tirol +264 zusätzliche Immobilienverkäufe. Dem Burgenland - wie schon erwähnt hinter 2019 zurück – fehlen -651 Immobilienkäufe (-9,1 %) auf das Rekordjahr.

Zehn Jahre Entwicklung
Im Zehnjahresvergleich des RE/MAX ImmoSpiegels steigen die Immobilienverbücherungen in der Steiermark um +75,5 %, in Kärnten um +68,5 %, in Salzburg um +63,4 %, in Tirol um +61,1 % und in Oberösterreich um +57,0 %. Vorarlberg mit +51,7 % schlägt Wien mit +51,5 %. Der Bundesdurchschnitt liegt bei +55,4 %. Darunter finden sich noch Niederösterreich mit +41,3 % und das Burgenland mit +34,5 %.

Ähnliche Werte, aber andere Zusammensetzung
Erste Analysen haben erhebliche Verwerfungen in der Immobilienlandschaft aufgezeigt: Wirtschaftlich vergleichsweise unbedeutend sind die zusätzlichen +7.000 PKW-Abstellplätze, die 2020 als eigenes Kaufobjekt verbüchert wurden, ebenso die +1.300 Kleingärten. Sie blähen die Mengenstatistik auf. Relevant hingegen sind +550 zusätzliche Wohnungen und die -1.200 Einfamilienhäuser weniger, ebenso -840 fehlende Grundstücke. „Gesamtwirtschaftlich ins Gewicht fällt der Umsatzrückgang bei Großgebäuden, Zinshäusern und Hotels/Pensionen aufgrund der hohen Stückpreise trotz der kleinen Anzahl. Gerade diese Gruppen sind sicherlich auch coronabedingt ins Hintertreffen geraten. Ein Hotel im Lockdown zu verkaufen, ist sicher kein guter Zeitpunkt, weil den Käufern Sicherheit und Zuversicht fehlen. Ein Gebäude oder ein Zinshaus zu verkaufen, bei dem die Einnahmen durch eingemietete Handels- und Gastronomiebetriebe nur tröpfeln statt fließen, ist weniger erfolgversprechend, als wenn die Wirtschaft wieder läuft“, resümiert Nenning.

Weitere Informationen zu 2020 sowie die Vergleichszahlen zu 2019 finden Sie unter https://www.remax.at/presse/immospiegel/gesamtmarkt/#oesterreich.

 

Bundesländer im Detail

 

Bild:  Abdruck honorarfrei, © schwarz-koenig
 

Bildtext: „Der Immobilienmarkt bewegte sich auch 2020 auf sehr hohem Niveau. Das Jahr war geprägt von einer sehr hohen Nachfrage, sowohl von Eigennutzern als auch Anlegern, und einem knappen Angebot in vielen Regionen. Speziell Einfamilienhäuser, Baugrundstücke und Eigentumswohnungen erfreuten sich weiterhin sehr großer Beliebtheit. Spürbare Auswirkungen von COVID-19 auf den Immobilienmarkt erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte 2021. Sowohl im Wohn- als auch Gewerbeimmobilienbereich rechnen wir mit einem steigenden Angebot. Bei Wohnimmobilien wird die Nachfrage weiter hoch bleiben und die Preisdynamik wird abflachen“, erklärt Bernhard Reikersdorfer, MBA, Geschäftsführer von RE/MAX Austria.

 

Zahlen, Tabellen, Grafiken finden Sie auch unter www.remax.at/presse/immospiegel.

Honorarfreie Pressefotos finden Sie auch unter www.remax.at/presse/downloads-und-bilder.

 

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