RE/MAX ImmoSpiegel: Entwicklung Immobilienpreise im 1. Halbjahr 2021 (Gesamtmarkt)

Beitrag vom 01.09.2021
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Rekordzahlen bei der Anzahl und beim Wert verkaufter Immobilien

Kurzinfos

  • Rund +9.300 mehr im amtlichen Grundbuch neu verbücherte Immobilien im ersten Halbjahr 2021 als 2020 und damit dreimal mehr Mengenzuwachs als im Vergleich erstes Halbjahr 2019 zu erstem Halbjahr 2020
  • Alle Bundesländer mit neuen Rekordmengen bei Verkäufen. Größte Treiber: Niederösterreich (+2.421), Wien (+1.828), Oberösterreich (+1.324) und Kärnten (+1.220). Geringstes Wachstum in Salzburg und in der Steiermark.
  • Handelswert im Halbjahr bei 19,6 Mrd. Euro. Zuwachs von +3,2 Mrd. Euro (+19,8 % im Jahresvergleich), der zweithöchste prozentuelle Anstieg nach 2016/2015 (+20,8 %).
  • Wien legt um +1,1 Mrd. Euro zu, Niederösterreich um +0,7 Mrd. Euro und Tirol um +0,5 Mrd. Euro.
  • Niederösterreich vor Wien und seit langem wieder Oberösterreich vor der Steiermark im Mengenranking.
  • Wertmäßig führt die Bundeshauptstadt vor Niederösterreich. Tirol überholt in einem Jahr Oberösterreich (4.). und Steiermark (5.) und landet auf Rang 3.
  • Top-Ten-Bezirke und Städte nach Umsatz: Kitzbühel vor Graz, Wien-Donaustadt, Salzburg, Wien-Favoriten, Baden, Salzburg-Umgebung, Mödling, Innsbruck-Land, Wien-Meidling.
  • Top-Ten-Bezirke und Städte nach verkauften Objekten: Graz vor Baden, Innsbruck-Land, Wien-Donaustadt, Salzburg-Umgebung, Villach (Stadt + Land), Wien-Favoriten, Bregenz, Feldkirch.
  • Immobilienmarkt-Strukturveränderung: Verbücherung von rund +2.800 mehr Grundstücken, +2.600 mehr PKW-Parkplätzen und +2.300 mehr Wohnungen als im ersten Halbjahr 2020 erklären 83 % der Gesamtmengensteigerung.
  • Umsatzplus von 1,1 Mrd. Euro bei Wohnungen, 0,5 Mrd. Euro bei Grundstücken und jeweils 0,2 Mrd. Euro bei Einfamilienhäusern und Dachgeschoßwohnungen summieren sich auf zwei Drittel der Gesamtumsatzsteigerung.
  • Teuerste Immobilienverkäufe in Österreich im ersten Halbjahr 2021:
    - ein Bürogebäudekomplex in Wien 12 um 120 Mio. Euro
    - ein Industriegebäude in Jenbach um 108 Mio. Euro und
    - ein Zinshaus im Wiener Ersten um 44 Mio. Euro.

Video-Statement zum aktuellen Immobilien-Gesamtmarkt

RE/MAX ImmoSpiegel - Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA über den Gesamt-Immobilienmarkt 1. Halbjahr 2021
 

Quicklinks

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Amstetten, 1. September 2021

Gesamtmarkt: Österreichweit Veränderungen

Der große Sprung

Corona hin oder her, die Verbücherungszahlen der Grundbuchsgerichte Jänner bis Juni 2021 zeigen einen großen Sprung vorwärts. Ein Plus von 9.287 Eigentumseintragungen stellen seit dem Start der RE/MAX ImmoSpiegel-Analysen 2009 das zweithöchste absolute Mengenwachstum nach 2014/2015 dar und im Jahresabstand ein Plus von 13,8 %. In Euro schlägt sich das bei steigenden Preisen nach dem Durchhänger im ersten Halbjahr 2020 mit einem Plus von 3,2 Mrd. Euro oder +19,8 % zu 2020 und 2019 nieder.

Heuer wieder echtes Marktwachstum: beinahe 20 Mrd. Euro

Im ersten Halbjahr 2021 wurden den RE/MAX-Experten zufolge 76.589 Immobilien für neue Eigentümer im Grundbuch registriert. Das sind mehr als doppelt so viele wie im schwachen Jahr 2013 und um +28,8 % mehr als vor fünf Jahren. Der Gesamtwert der im ersten Halbjahr rechtskräftig gewordenen Immobilienverkäufe kratzt mit 19,6 Mrd. Euro erstmals an einer historisch wichtigen Schwelle. „Teilweise sehen wir im ersten Halbjahr Nachholeffekte, weil 2020 ja doch pandemiebedingt in keiner Weise und damit auch auf dem Immobilienmarkt kein normales Jahr war. Viele Menschen haben aber auch erkannt, dass sie eigentlich woanders wohnen wollen, in größeren Wohnungen, in anderen Stadtteilen oder auch auf dem Land: Aufgrund vieler Homeoffice-Lösungen ist zahlreichen Kunden die absolute Nähe von Wohn- und Arbeitsort nicht mehr so wichtig wie noch vor der Pandemie, denn für zwei, drei Fahrten ins Büro pro Woche kann die Anfahrt schon wieder etwas länger sein. Zusätzlich sind Immobilen als Anlageform bzw. zur Pensionsvorsorge weiterhin sehr begehrt. All das sind Faktoren, die den Immobilienmarkt gehörig in Bewegung gebracht haben“, analysiert Bernhard Reikersdorfer, MBA, Geschäftsführer von RE/MAX-Austria.

„Wir spüren das als Nummer eins am Markt natürlich auch in unserem Arbeitsaufkommen und haben sofort mit einer umfassenden Ausbildungs- und Rekrutierungsoffensive reagiert, damit wir auch in den kommenden Jahren den vielen Käufern und Verkäufern eine professionelle und sehr hochwertige Dienstleistung bieten können.“ Im Fünfjahresvergleich 2021 zu 2016 ergibt das eine Transaktionswertsteigerung von +50,1 % und mehr als eine Verdoppelung seit 2014 (+138,1 %). Grundlage dafür bildet neben Inflation und Preissteigerungen vor allem das Mengenwachstum von +28,8 % seit 2016 und fast eine Verdoppelung seit 2014 (+86,2 %) „Im Gegensatz zu 2020, als die Mengensteigerungen vor allem von den rund 6.600 zusätzlichen separat parifizierten Parkplätzen gekommen sind, tragen aktuell die rund +2.300 mehr Wohnungen und circa +2.800 zusätzlichen Grundstücke neben weiteren +2.600 KFZ-Plätzen zu einer nachvollziehbaren Markterweiterung bei. Der schwache Rückgang bei den Einfamilienhaus-Verkäufen wird von einem schwachen Wachstum bei Gebäuden kompensiert“, erklärt Mag. Anton E. Nenning, RE/MAX-Experte.

Top-100-Verbücherungen um ein Fünftel mehr wert

Der Wert der Top-100-Verkäufe von Industrie- und Bürogebäuden, Zinshäusern, Hotels, Wohnhausanlagen und gemischt genutzten Gebäuden im ersten Halbjahr ist von 1,43 Mrd. Euro (2019, 2020) auf 1,75 Mrd. Euro (2021) gestiegen. Die Eintrittsuntergrenze dazu hat sich von 7,7 Mio. Euro im Jahr 2019 über 5,9 Mio. Euro 2020 auf heuer 8,4 Mio. Euro verschoben. Von den Top-Ten-Verkäufen fanden vier in Wien, drei im niederösterreichischen Umland von Wien, zwei in Graz und ein Großverkauf fand in Tirol statt.

Gesamtmarkt Veränderungen Bundesländertrends

Fast die Hälfte des Mengenwachstums kommt aus NÖ und Wien

46 % steuern die Bundesländer Niederösterreich (+2.421) und Wien (+1.828) aufgrund ihrer Größe zum Bundeswachstum bei. Die höchsten prozentuellen Steigerungen unter den Bundesländern finden sich laut Aussagen des RE/MAX-Maklernetzwerks im Burgenland (29,3 %), in Kärnten (+27,3 %) und in Vorarlberg (+19,2 %).

Von den +3,2 Mrd. Euro Mehrumsatz kommen +1,1 Mrd. Euro aus Wien, +0,7 Mrd. Euro aus Niederösterreich und +0,5 Mrd. aus Tirol. Damit vereinigen die drei ungleichen Bundesländer fast drei Viertel (72,4 %) des Mehrumsatzes auf sich. Kaum beteiligt am Aufschwung haben sich mit nur zweistelligen zusätzlichen Millionenbeträgen die Steiermark und das Bundesland Salzburg.

 

Verkaufszahlen - Zweimal drittstärkstes Bundesland

Oberösterreich hat die Steiermark bei den Immobilienverkaufsmengen aus eigener Kraft überholt und vom Podest verdrängt. 11.532 Verbücherungen sind den RE/MAX-Experten zufolge die drittgrößte Bundesländermenge im ersten Halbjahr 2021, auch der Zuwachs von +1.324 gegenüber 2020 bedeutet Platz drei im Bundesländerranking.


14 der 16 Bezirke haben zugelegt. Vor allem Vöcklabruck mit +220 auf 1.241 Verkäufe und Braunau mit +209 auf 952 Einheiten. Im Zentralraum punkten Linz-Land mit +166 (gesamt 1.237) und Wels (Stadt + Land) mit +140 (gesamt 1.256). Ebenso dreistellig im Plus Freistadt mit +134 (gesamt 508) und Rohrbach mit +111 (gesamt 429). Zweistellige Zuwachsraten melden Grieskirchen (+71, gesamt 452), Gmunden (+70, gesamt 1.041) und Perg (+56, gesamt 445).

Dahinter folgen mit jeweils +52 die Landeshauptstadt Linz (gesamt 1.138) und Kirchdorf (gesamt 409). Eferding steuert +22 bei (gesamt 186), Schärding +20 (gesamt 354) und Ried +19 (gesamt 509).

 

Wert der verkauften Immobilien: Stockerl ade!

Beim Umsatz hat der Mengenzuwachs nicht gereicht, um Platz drei des Vorjahres zu verteidigen. Tirol hat sich von Rang fünf auf das Podest emporgeschwungen und Oberösterreich vom Stockerl verwiesen. Dennoch: Nach den RE/MAX-Berechnungen sind 2,31 Mrd. Euro für Oberösterreich das beste Umsatzhalbjahresergebnis aller Zeiten und um +205 Mio. Euro mehr als 2020.

Linz kann Vorjahrsensation nicht wiederholen

291 Mio. Euro Halbjahresumsatz in Linz sind die Ursache für den Rangverlust des Landes ob der Enns. Gegenüber 2019 fehlen nur -10 Mio. Euro, aber gegenüber 2020 satte -127 Mio. Euro. Da konnten die anderen oberösterreichischen Bezirke dem Tiroler Ansturm nicht Paroli bieten.

Linz-Land kommt auf 327 Mio. Euro (+59), Vöcklabruck auf 278 Mio. Euro (+45), Gmunden auf 241 Mio. Euro (+44) und Braunau auf 153 Mio. Euro (+39). Kirchdorf liefert den prozentuellen Wachstumsrekord von +70,3 % dank 85 Mio. Euro (+35). Freistadt erhöht den Umsatz um +27 Mio. Euro auf 79 Mio. Euro und Steyr (Stadt + Land) um +19 Mio. Euro auf 128 Mio. Euro. Grieskirchen reiht sich ein mit +15 Mio. Euro und 70 Mio. Euro, ebenso Ried mit +14 Mio. Euro und 92 Mio. Euro sowie Rohrbach mit +11 Mio. Euro und 36 Mio. Euro Gesamttransaktionswert. Umsatzzuwächse in einstelliger Millionenhöhe erfolgen noch in Schärding mit 47 Mio. Euro (+8), in Wels (Stadt + Land) mit 261 Mio. Euro (+7), ebenso in Urfahr-Umgebung mit 127 Mio. Euro (+7) und Eferding mit 34 Mio. Euro (+ 6). Bleibt noch der Bezirk Perg mit 61 Mio. Euro Immobilienkaufsumme, dem zweithöchsten jemals erzielten Wert, aber einem Minus von fünf Mio. Euro zum ersten Halbjahr 2020.

Details Immobilienmarkt Oberösterreich

Oberösterreichs glorreiche sieben Immobilientransfer

Mit 22 Mio. Euro führt eine Gesundheitsimmobilie im Bezirk Gmunden die oberösterreichische Verbücherungsstatistik im ersten Halbjahr 2021 an. Auf dem zweiten Platz folgt ein Bürogebäude in Leonding und auf dem dritten ein Fracht- und Logistikzentrum in Hörsching, beide um 14 Mio. Euro. Eine Landwirtschaft mit Wald, Jagd- und Fischeirechten im Bezirk Kirchdorf/Krems erlöste 11 Mio. Euro und eine Betriebs- und Büroimmobilie im Bezirk Ried neun Mio. Euro. Zwei Seeliegenschaften am Attersee kosteten rund acht und neun Mio. Euro.

 

Verkaufszahlen konsolidieren sich

Das Bundesland Salzburg hatte seinen massiven Anstieg bei den ver- und gekauften Immobilien früher als die anderen Bundesländer, nämlich bereits im ersten Halbjahr 2020. Heuer beteiligte man sich am Österreich-Zuwachs von +13,8 % nur symbolhaft mit +0,7 % und liegt damit laut RE/MAX dennoch um mindestens ein Viertel über 2019 und den Jahren davor. 5.322 neue Eigentümer wurden im Bundesland heuer bis 30.6.2021 bereits eingetragen (+35).

Auch auf Bezirksebene ist das Rennen ausgeglichen: Drei Bezirke legen zu und drei hatten bereits 2020 höhere Immobilien-Handelsmengen.

St. Johann kommt mit +179 auf 910 Verkäufe, der Flachgau mit +115 auf 1.541 und Zell/See mit +84 auf 1.177. Alle drei Bezirke mit neuen Rekordmengen.Hallein erreicht mit 355 Verkäufen (-75) sein drittbestes Ergebnis, der Bezirk Tamsweg mit 141 und einem relativ großen Rückgang um -122 nach dem Traumjahr 2020 sein viertbestes. Schlussendlich kommt „die Stadt“ mit 1.198 Kaufakten und dem in Stück größten Rückgang des Bundeslandes (-146) auf ihr zweitbestes Resultat nach 2020.

Wert der verkauften Immobilien

Finanziell wirkt sich das geringe Mengenwachstum wenig aus: Der Immobilientransaktionswert des Bundeslandes Salzburg ist nach den Berechnungen der RE/MAX-Experten dennoch um +5,3 % auf 1,58 Mrd. Euro gewachsen und liegt damit exakt um +50 % über dem Wert von vor fünf Jahren.

Der Flachgau profitiert von einer Umsatzsteigerung um +92 auf 456 Mio. Euro. Der Pongau steuert mit 201 Mio. Euro +50 Mio. Euro zum Wachstum bei. Der Pinzgau legt +25 Mio. Euro zum Vorjahr zu und kommt auf 304 Mio. Euro und der Tennengau +5 Mio. Euro auf 103 Mio. Euro.

Die Stadt und der Lungau fallen ziemlich exakt auf ihre Ergebnisse von 2019 zurück: Tamsweg fällt auf 18 Mio. Euro (-31 Mio. Euro) und die Landeshauptstadt auf 496 Mio. Euro (-62 Mio. Euro). 

Details Immobilienmarkt Salzburg

Grundstück führt Ranking der Top-Verkäufe an

Ein Grundstück südlich der Landeshauptstadt um 24 Mio. Euro führt das Salzburger Ranking an. Ein Bürogebäude im Bezirk Hallein folgt mit 19 Mio. Euro; auf dem dritten Platz ein Grundstück in der Stadt um 18 Mio. Euro. In Salzburg-Umgebung wurden weiters zwei Bürogebäude, eines um 13 Mio. Euro und eines um 11 Mio. Euro an neue Eigentümer übergeben und ein drittes um knapp 11 Mio. Euro in der Stadt.

 

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