Gesamtüberblick über die österreichischen Einfamilienhauspreise - 1. Halbjahr 2020 - RE/MAX ImmoSpiegel

Beitrag vom 21.10.2020
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Weniger Einfamilienhausverkäufe in allen Bundesländern, in Summe ein Rückgang von -5,4 % im ersten Halbjahr
Angebot für Einfamlienhäuser stark rückläufig
Typischer Preis für ein Einfamilienhaus in Österreich liegt bei 270.655 Euro.
Preisentwicklung +38,5 % im Fünfjahresvergleich

Im Überblick

  • Florierende Märkte in Wien, Burgenland, Kärnten und Salzburg; Mengenrückgänge in Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg
  • Bundeslandpreise: Wien knapp vor Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Am billigsten sind Einfamilienhäuser im Burgenland und in der Steiermark
  • Bezirk Kitzbühel: 39 % teurer als Innsbruck-Stadt und 82 % teurer als Salzburg-Stadt
  • Preisranking für Einfamilienhäuser in den Landeshauptstädten unverändert: Innsbruck vor Salzburg, Wien, Bregenz, Linz, Graz, Klagenfurt, St. Pölten und Eisenstadt
  • Zahlen über Menge, Wert, typischer Preis und Fünfjahresvergleich auf Bezirksbasis sowie Grafiken und Fotos

Video-Statement zum aktuellen Einfamilienhausmarkt

RE/MAX ImmoSpiegel - Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA über den Einfamilienhausmarkt 2020 - 1. Halbjahr
 

Quicklinks

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Details zum Einfamlienhäusermarkt in Österreich

 

Amstetten, 21. Oktober 2020 – Auch im ersten Halbjahr 2020 ist der Markt für Einfamilienhäuser – wie schon im Vorjahr – rückläufig. Mit 5.017 Einfamilienhäusern hat sich die Anzahl der Verbücherungen zum Vorjahr um -5,4 % vermindert, zum Rekordjahr 2018 sogar um -15,2 %. Das erste Halbjahr 2020 ist mengenmäßig nur das fünftstärkste hinter 2019, 2018, 2016 und 2015.
 

„Bekanntermaßen hat der Einfamilienhausmarkt in den letzten fünf Jahren besonders floriert und die Mengen waren spürbar höher als die Jahre zuvor. Die auch heuer wieder rückläufigen Verkaufszahlen sind in erster Linie auf das aktuell deutlich geringere Angebot zurückzuführen. Die Kombination aus einer noch immer sehr guten Nachfrage, einem historisch niedrigen Zinsniveau und einem knappen Angebot hat zu spürbaren Preissteigerungen geführt“, erklärt der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA. „COVID 19 und die daraus resultierenden Auswirkungen werden im kommenden Jahr auch am Einfamilienhausmarkt nicht spurlos vorbeigehen. Im Moment erwarten wir im ersten Halbjahr 2021 im Bereich der Einfamilienhäuser ein steigendes Angebot und weitestgehend stagnierende Preise. Eine Finanzierung zu bekommen, wird – vor allem für Jungfamilien – noch schwieriger werden. Fakt ist bereits jetzt, dass Fremdfinanzierungen aufgrund höherer gesamtwirtschaftlicher Risiken oftmals nicht mehr so einfach und reibungslos möglich sind, und die erforderliche Eigenkapitalquote höher ist als vor Corona“, sagt Reikersdorfer abschließend.
 

Gesamtverkaufswert für Einfamilienhäuser über dem Vorjahr

Die Käufer von Einfamilienhäusern investierten im ersten Halbjahr 2020 in Summe 1,56 Mrd. Euro, um +40 Mio. Euro (+2,7 %) mehr als im ersten Halbjahr 2019. Damit liegt das Verkaufsergebnis 2020 um ein Viertel (+26,2 %) über dem von vor fünf Jahren und um zwei Drittel (+64,9 %) über dem vor zehn Jahren.

Die Berechnungen des RE/MAX-ImmoSpiegels für Einfamilienhäuser für das erste Halbjahr 2020 basieren auf der Gesamtauswertung aller im amtlichen Grundbuch von Jänner bis Juni neu verbücherten Immobilien-Kaufverträge. IMMOunited, die Experten für Immobiliendaten, haben sie ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht.
 

Preissteigerung für Einfamilienhäuser außergewöhnlich hoch 

Im ersten Halbjahr 2020 bezahlten die Käufer österreichweit im Durchschnitt 270.655 Euro für ein Einfamilienhaus, um +21.965 Euro oder +8,8% mehr als 2019 oder +38,5 % mehr als noch vor fünf Jahren.

„Während der letzten zehn Jahre lag die Preissteigerung in 12 Monaten (gerechnet vom ersten Halbjahr zum nächsten ersten Halbjahr) für Einfamilienhäuser im Durchschnitt bei exakt 5,0 % pro Jahr. Heuer sind +8,8 % die zweithöchste Steigerungsrate in diesem Zeitraum. Von 2016 auf 2017 sind die Mengen genauso eingebrochen und wir hatten ähnliche Preisveränderungen“, erläutert Mag. Anton Nenning von RE/MAX Austria.

Die Bundesländer im Detail

Anzahl der Verkäufe wieder im Aufwind

Der eher volatile Salzburger Einfamilienhausmarkt brach zum Halbjahr 2018 alle Rekorde, um 2019 laut RE/MAX-Statistik wieder auf das Ausgangsniveau von 2017 zurückzukehren. Im ersten Halbjahr 2020 kam es wieder zu einem Anstieg, dem prozentuell höchsten unter allen Bundesländern: +10,7 %. Die 258 verbücherten Einfamilienhäuser entsprechen einem Gegenwert von 138 Mio. Euro, um 20 Mio. Euro mehr als zuletzt.

Im Preisranking der Bundesländer eine Stufe tiefer

Obwohl die Preise im Bundesland um +3,0 % zugenommen haben, fiel Salzburg im Bundesländervergleich um einen Platz, auf den vierten Rang, zurück. Verantwortlich dafür ist Vorarlberg. Der typische Preis für ein Einfamilienhaus im Bundesland Salzburg liegt bei 484.353 Euro. Die Preise bewegten sich zwischen 829.057 Euro für ein Haus in der Stadt und 205.048 im Bezirk Tamsweg. Beide verzeichnen hohe Steigerungen, +20,7 % in der Stadt und +19,6 % im Lungau. Die Mengen bleiben in der Stadt mit 38 fast unverändert (-1). Im Lungau legten sie von den 11 im Vorjahreshalbjahr auf heuer 28 zu. „Einfamilienhäuser der gehobenen Kategorie bleiben ungebrochen attraktiv“, konstatiert Thomas Aufischer, RE/MAX Premium in Salzburg. „Eigenschaften wie eine diskrete, uneinsehbare Lage oder die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad, um dem täglichen Stau zu entgehen, stützen die Nachfrage nach diesen Objekten und deren Preisentwicklung.“

Die Hauspreise in den Gauen

Preislich dazwischen finden sich der Flachgau mit 527.146 Euro (+11,5 %) bei fast rekordverdächtigen 94 Einheiten (+16), ebenso wie der Pongau mit seiner 496.212 Euro Zielpunktlandung beim Vorjahrespreis (+0,1 %) für 40 Einfamilienhäuser (-17). Der Tennengau zeigt als einziger Bezirk Salzburgs seit dem Rekordjahr 2018 eine rückläufige Preistendenz. Knapp über 400.000 Euro ist um -4 % billiger als 2019 und sogar um -11 % weniger als 2018. Die geringe Menge von 21 Stück (+3) empfiehlt, keine exakten Werte anzugeben. St. Johann im Pongau legt um +6,5 % beim Preis und um 23,3 % bei der Menge zu. 378.758 Euro beträgt der Durchschnittspreis für die 37 verbücherten Objekte. „Derzeit beobachten wir viele ältere sanierungsbedürftige Objekte am Markt, deren Preis vor allem von den hohen Grundstückspreisen herrührt“, so Hans Maurer, RE/MAX Spirit in St. Johann. „Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ist im Pongau ungebrochen hoch, aber die Hürde der Finanzierung wird größer.“

Luxuspreise in Salzburg

In der Stadt kostete ein Viertel der Einfamilienhäuser mehr als 1,0 Mio. Euro, im Tennengau eine dreiviertel Million Euro und im Flachgau rund 670.000 Euro.
 

Weitere Details zum Salzburg Markt für Einfamilienhäuser

Einfamilienhäuser: Aktuelles Angebot im Internet deutlich rückläufig

Derzeit werden laut RE/MAX Web-Radar in Österreich im Internet rund 7.050 Einfamilienhäuser zum Kauf angeboten. Die Datenbasis dafür liefert die Imabis GmbH – ein Unternehmen der Roland Schmid Group. Das aktuelle Angebot an Einfamilienhäusern ist im Jahresvergleich (Oktober 2019/2020) nochmals massiv zurückgegangen, nämlich um rund -23,5 % (nach -15 % von Oktober 2018/2019). „Das geringere Angebot im letzten Jahr ist – neben der weiterhin guten Nachfrage - hauptverantwortlich für die spürbaren Preissteigerungen im ersten Halbjahr 2020. Wir gehen aktuell aber davon aus, dass es sowohl beim Angebot als auch bei den Einfamilienhauspreisen in den nächsten 12 Monaten zu einer Entspannung kommen wird“, so Reikersdorfer.

Sichere Zahlen aus dem Grundbuch

Die Grundlagen für die verlässlichsten verfügbaren Immobilien-Marktdaten in Österreich liefert das Grundbuch mit seinen öffentlich zugänglichen Kaufverträgen, die von der IMMOunited GmbH, den Experten für Immobiliendaten, in der Kaufvertrags-Sammlung vollständig erfasst und von RE/MAX Austria ausgewertet und analysiert werden. Nur diese Kombination erfüllt die drei wesentlichen Kriterien für sichere, valide Daten:

  • Lückenlose Erfassung aller Verkäufe und nicht nur eines verzerrten Teils
  • Tatsächliche Verkäufe statt angebotener Immobilien
  • Tatsächliche Verkaufspreise statt Angebotspreise

„Perfekte Transaktionsdatensätze generiert IMMOunited nicht nur mit der Erfassung der Immobilienkaufverträge aus dem Grundbuch, sondern auch durch Ergänzungen wie historisch erfassten Nutzwertgutachten, Zusatzinfos aus vorangegangenen Immobilieninseraten, Flächen- und Gebäudeinformationen aus dem österreichischen Grundstücksverzeichnis und Flächenwidmungen aus Flächenwidmungsplänen. Das zusammen ergibt letztendlich wertvolle Informationen für unsere Makler-Partnerunternehmen“, sagt Mag. Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited GmbH.

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