Gesamtüberblick über den österreichischen Wohnungsmarkt - 1. Halbjahr 2020 - RE/MAX ImmoSpiegel

Beitrag vom 30.09.2020
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Verkäufe von Eigentumswohnungen gehen im Jahresvergleich um -4,0 % zurück
Preise legen um +4,4 % zu
Quadratmeterpreis in Österreich im Durchschnitt bei 3.473 Euro

Im Überblick

  • 216.227 Euro kostete eine typische Wohnung im ersten Halbjahr 2020
  • Das billigste Viertel aller Wohnungen kostete höchstens 135.000 Euro, das teuerste Viertel mindestens 289.243 Euro
  • Mengen: Oberösterreich verkauft im ersten Halbjahr 2020 mehr Eigentumswohnungen als 2019, alle anderen Bundesländer weniger. Stärkste Rückgänge in Tirol, Burgenland und Kärnten
  • Gesamtverkaufswert für Eigentumswohnungen stagniert bei 5,6 Mrd. Euro
  • Wien mit einem Verkaufswert von 1,82 Mrd. Euro unter dem Vorjahr
  • Quadratmeterpreise im Fünfjahresvergleich um +27,7 % gestiegen
  • Preise: Steigende Preise in allen Bundesländern, am stärksten in Tirol, Oberösterreich und Burgenland
  • Anteil der Erstbezugswohnungen steigt bundesweit von 37,0 % auf 37,9 %, am höchsten in Tirol, Salzburg und Vorarlberg
  • Preise für Erstbezug gehen um +2,7 %, jene der Gebrauchtwohnungen um +5,0 % nach oben

Video-Statement zum aktuellen Wohnungsmarkt

RE/MAX ImmoSpiegel - Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA über den Wohnungsmarkt 2020 - 1. Halbjahr
 

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Details zum Wohnungsmarkt in Österreich


Amstetten, 30. September 2020 – Zum zweiten Mal in Folge ist der Wohnungsmarkt in Österreich nicht gewachsen, sondern zurückgegangen und zwar auf knapp über das Niveau von 2016, das viertbeste Ergebnis bisher – so die RE/MAX-Immobilien-Experten. Die verkauften Mengen konsolidieren sich wieder, die Durchschnittspreise steigen noch (+4,4 %), aber nur mehr gut halb so stark wir im Vorjahr (+7,6 %). Damit liegt die Preissteigerung im ersten Halbjahr 2020 zwischen jener von 2018 und 2019. Laut IMMOunited, den Experten für Immobiliendaten, die die Daten als Vollerhebung und nicht nur als Stichprobe aus dem Grundbuch ausgelesen haben, und den Analysten des RE/MAX-ImmoSpiegel, wurden im ersten Halbjahr 2020 in den amtlichen Grundbüchern 23.868 Wohnungskäufe registriert, um -4,0 % weniger als 2019 und -8,8 % weniger als im Rekordjahr 2018.

Der Transaktionswert ging bei rückläufigen Mengen und steigenden Preisen minimal von 5,66 auf 5,63 Mrd. Euro zurück.

Wohnungsmarkt bald nur mehr ein Drittel des Immobilienmarktes

Finanziell hat der Wohnungsmarkt an Bedeutung am Gesamt-Immobilienmarkt weiter eingebüßt. Sein Wertanteil ist im ersten Halbjahr weiter zurückgegangen, vom Höhenflug 2017 mit 38,1 % über 35,5 % (2018) und 34,6 % (2019) auf 34,4 % heuer.

„Der Eigentumswohnungsmarkt befindet sich, trotz des Rückganges um -4 % bei den Verbücherungen im Jahresvergleich, noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Das knappe Angebot hat in vielen Regionen zu weiteren Preissteigerungen geführt. Bei Anlegern, aber auch bei Eigennutzern, stehen Wohnungen trotzdem weiter hoch im Kurs. Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Wohnungsmarkt werden erst Ende des Jahres bzw. im ersten Halbjahr 2021 sichtbar und spürbar werden. Wir erwarten für das erste Halbjahr 2021 ein steigendes Wohnungsangebot und weitestgehend konstante bzw. leicht rückläufige Preise", erklärt der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA.

Wohnungsmarkt: Knapp weniger Eigentumswohnungskäufe als 2019

Schon dreimal wechselten im Bundesland Salzburg im ersten Halbjahr mehr als 2.000 Wohnungen die Besitzer. Doch diesmal schrammte man an der 2.000er-Grenze mit 1.989 Verbücherungen knapp vorbei. Auf das Vorjahr fehlten im Bundeslandergebnis -42 Eigentumswohnungen oder -2,1 %. Im Bundesländerranking liegt Salzburg mengenmäßig auf Platz sechs.

Nichtsdestotrotz stieg laut RE/MAX-ImmoSpiegel der Gesamttransaktionswert vom Vorjahresrekord um weitere +15 Mio. auf 550 Mio. Euro, ein Plus von +2,7 %.

Stadt und Salzburg-Umgebung stabil, Pinzgau volatil

55 % der Salzburger Wohnungskäufe erfolgten – so die RE/MAX-Experten – in der Stadt Salzburg und im Bezirk Salzburg Umgebung. Dementsprechend wichtig sind beide für das Landesergebnis. In der Stadt wurden 2020 bis Juni 693 Verbücherungen registriert, um vier mehr als 2019, im Flachgau waren es exakt 400, um -17 weniger als zuletzt. Der Landesrückgang kommt aus dem Pinzgau. In Zell/See fehlen mit 403 Verkäufen -80 auf das Vorjahresrekordergebnis. Da hilft es wenig, wenn Tamsweg, statt 35 wie im Vorjahr, heuer 74 Verbücherungen meldet. Der Pongau verzeichnet 277 neue Eigentumswohnungsbesitzer (+8) und der Tennengau 142 (+4).

Salzburger Eigentumswohnungen in den Top Drei

Die Salzburger Wohnungspreise sind weiterhin podestwürdig. Wie schon im ersten Halbjahr 2019 liegen nur mehr die beiden westlichen Nachbarn Salzburgs preislich noch höher. Mit 261.335 Euro pro Eigentumswohnung hat das Bundesland Salzburg auch den Vorsprung auf Wien binnen Jahresfrist von +12.000 auf +20.000 Euro ausgebaut. Gegenüber 2019 bedeutet der typische Preis einer Salzburger Wohnung im ersten Halbjahr 2020 eine Wertsteigerung um +13.234 Euro oder +5,3 %, gegenüber 2015 ein Plus von 29,3 %.

Höhere Preise. Fast überall.

Höhere Preise finden sich im Bundesland Salzburg nahezu überall. Die Landeshauptstadt hat – so RE/MAX – die niedrigste Preissteigerung, +3,6 % auf 283.139 Euro. Salzburg-Umgebung treibt den Wohnungspreis um +10,1 % auf 274.928 Euro und beeinflusst so das Landesergebnis. Zell/See liegt mit 261.812 Euro um +5,6 % über dem Vorjahrespreis und Hallein mit 255.018 um +8,8 %. St. Johann legt um +5,8 % auf 222.902 Euro zu. Alle genannten Bezirke und die Stadt hatten in der Vergangenheit ausnahmslos niedrigere Durchschnittspreise. Fehlt noch der Lungau. In Tamsweg kosteten die Wohnungen im Durchschnitt 179.900 Euro, das ist erheblich weniger als in den anderen Bezirken und auch geringfügig weniger als im Vorjahrsvergleichszeitraum (-0,9 %).

Erstbezugswohnungen und gebrauchte Wohnungen

Ausgewiesene Bauträger-Objekte, also Neubauten oder Generalsanierungen waren im ersten Halbjahr 2020, den Daten von IMMOunited zufolge, 37,9 % der verbücherten Eigentumswohnungen. Damit hat sich die Relation zum Vorjahr nur unwesentlich um +0,9 Prozentpunkte erhöht.

Die Anteile an verbücherten Erstbezugswohnungen in den verschiedenen Bundesländern schwankt dem RE/MAX-ImmoSpiegel zufolge zwischen 19,1 % im Burgenland und 44,1 % in Tirol.

Erstbezugswohnungen kosteten im ersten Halbjahr 2020 den RE/MAX-Experten zufolge typischerweise 260.000 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von +2,7 %. Die Preise der gebrauchten Eigentumswohnungen haben im selben Zeitraum österreichweit um +5,1 % zugelegt.

2019 war im ersten Halbjahr eine Wohnung im Erstbezug im Schnitt um +41 % teurer als eine gebrauchte. Dieser Aufschlag ist 2020 bundesweit im Durchschnitt auf +38 % gesunken. Er liegt in Wien aktuell bei +20 %, in Tirol bei +23 %, in Oberösterreich und im Burgenland bei +37 % und in Niederösterreich bei +39 %. In der Steiermark, in Salzburg und in Vorarlberg ist der Erstbezugsaufschlag gut +48 % und in Kärnten fast +69 %.

Die teuersten Neubau-Wohnungen im Bundesgebiet finden sich lt. RE/MAX wie im Vorjahr in Vorarlberg mit 373.194 Euro (+4,8 %) und im Bundesland Salzburg mit 322.277 Euro (+1,2 %). Es folgen Tirol mit 297.901 Euro (+1,6 %), Wien mit 268.337 Euro (-0,9 %), Oberösterreich mit 234.403 Euro (+3,8 %), Kärnten 2020 einen Platz weiter vorne mit 233.516 Euro (+8,9 %), Niederösterreich mit 220.122 Euro (-1,9 %) und mit 195.247 Euro (+7,1 %) die Steiermark.

Sichere Zahlen aus dem Grundbuch

Die Grundlagen für die verlässlichsten verfügbaren Immobilien-Marktdaten in Österreich liefert das Grundbuch mit seinen öffentlich zugänglichen Kaufverträgen, die von der IMMOunited GmbH, den Experten für Immobiliendaten, in der Kaufvertrags-Sammlung vollständig erfasst und von RE/MAX Austria ausgewertet und analysiert werden. Nur diese Kombination erfüllt die drei wesentlichen Kriterien für sichere, valide Daten:

  • Lückenlose Erfassung aller Verkäufe und nicht nur eines verzerrten Teils
  • Tatsächliche Verkäufe statt angebotener Immobilien
  • Tatsächliche Verkaufspreise statt Angebotspreisen

„Perfekte Transaktionsdatensätze generiert IMMOunited nicht nur mit der Erfassung der Immobilienkaufverträge aus dem Grundbuch, sondern auch durch Ergänzungen wie historisch erfassten Nutzwertgutachten, Zusatzinfos aus vorangegangenen Immobilieninseraten, Flächen- und Gebäudeinformationen aus dem österreichischen Grundstücksverzeichnis und Flächenwidmungen aus Flächenwidmungsplänen. Alles zusammen ergibt letztendlich wertvolle Informationen für unsere Makler-Partnerunternehmen“, sagt Mag. Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited GmbH.

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