Einfamilienhauspreise auf Allzeithoch

Beitrag vom 27.10.2021
18558-235657-single-family-home-g34ecea7a7-1920.jpg

Das Angebot für Einfamilienhäuser ist immer noch rückläufig.

Der typische Preis für ein Einfamilienhaus in Österreich steigt um +13,5 % auf 307.085 Euro

Im Fünfjahresvergleich sind die Einfamilienhauspreise um +50,4 % gestiegen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Angebotsknappheit, Inflation und der Drang aufs Land. Dazu jüngere, also bessere Häuser als früher.

 

Das Einfamilienhaus erfreut sich in Österreich weiterhin großer Beliebtheit. Die Nachfrage hat sich pandemiebedingt nochmals verstärkt, gleichzeitig ist das Angebot im Jahresvergleich weiter deutlich zurückgegangen. Diese Kombination und das historisch niedrige Zinsniveau haben in weiten Teilen des Landes zu spürbaren Preissteigerungen geführt. Für das kommende Jahr erwarten wir eine leichte Entspannung am Einfamilienhausmarkt, sowohl beim Angebot als auch beim Preis.

 

„Typischerweise“ bedeutet beim RE/MAX-ImmoSpiegel, dass in einem komplexen statistischen Verfahren die billigsten und die teuersten Einfamilienhäuser weniger stark in die Berechnung einbezogen wurden, die in der Mitte der Preisrange jedoch stärker.

Im Fünfjahresvergleich ergibt das einen nominalen Zuwachs von +50,4 %, und somit eine durchschnittliche jährliche Preisveränderung von +7,05 %.

 

Das Angebot ist zurückgegangen, weil nicht nur manche Kaufinteressenten, sondern auch manche Eigentümer ‚Grundbuch statt Sparbuch‘ bevorzugen und dann – aufgrund der Wirtschaftssituation und der Investmentmöglichkeiten – doch lieber auf Sicherheit setzen und einen ins Auge gefassten Verkaufstermin immer weiter vor sich herschieben. Die Alternative zum Hauskauf, der Hausbau ist aufgrund der stark gestiegenen Grundstückpreise und der ebenso explodierenden Hausbaupreise, für so manche außer Reichweite gerückt und das erhöht den Nachfragedruck bei den Gebrauchtimmobilien. Und nicht zuletzt sind die Immobilien nicht mehr dieselben. Die vor zehn Jahren verkauften Häuser sind meist in den 1950er und 1960er Jahren gebaut worden. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt bei Objekten aus den 1970er und teilweise den 1980er Jahren – wesentlich größer und deutlich aufwendiger gebaut und schon allein deswegen wesentlich mehr wert.

 

NIEDERÖSTERREICH:

 

Perlen im Wiener Speckgürtel

Am wertvollsten sind Einfamilienhäuser den Verkaufspreisen zufolge in den Bezirken rund um Wien. Im Bezirk Gänserndorf wechselten 113 Einfamilienhäuser die Eigentümer zum Preis von 235.670 Euro (+6,4 %).

 

 

Pendlerzeit spart Hauskaufpreis

RE/MAX-Experten und Wissenschaftler der TU Graz haben gemeinsam analysiert, wie der Abstand zur jeweiligen Metropole – Wien oder die Landeshauptstädte Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt – den Kaufpreis für ein Einfamilienhaus verändert. Berechnet wurde dies aus Einfamilienhauspreisen im Abstand von 15 bis 75 Minuten Fahrzeit in eine Richtung. Je näher an der Metropole, desto stärker die Preisunterschiede pro Minute mehr Fahrzeit. Je weiter weg und je länger die Fahrzeit, desto geringer die Unterschiede.

Im Österreichdurchschnitt verbilligt 2021 jede Fahrminute vom Zentrum hinaus den Einfamilienhauspreis um 4.683 Euro.

 

 

WIEN:

In Wien sind Einfamilienhäuser im Vergleich zu Eigentumswohnungen ein absolutes Randthema. Dennoch wurden von Jänner bis Juni 2021 mit 183 Einheiten (-7) mehr gehandelt als in Vorarlberg. Die Anzahl ist wie fast überall im Bundesgebiet zumindest in der Nähe eines historischen Tiefstandes.

Die Enge des Marktes und die Not an Baugrundstücken sind u.a. Ursachen für die Preissteigerung von +20,7 % auf 779.977 Euro je Einfamilienhaus. Überboten werden der typische Preis und die prozentuelle Preissteigerung nur in Tirol.

 

Donaustadt mit Einfamilienhausmengen wie am Land

Bezirke mit Einfamilienhausverbücherungen sind allen voran die Donaustadt mit 56 (-2), und Floridsdorf mit 27 (-5). Die Preise in der Donaustadt liegen bei 615.065 Euro (+12,5 %). Die anderen Bezirkspreise sind mengenbedingt stark von Einzelpreisen beeinflusst, so etwa in Floridsdorf mit  542.246 Euro (-11,4 %).

Teilen auf