Anzahl der Eigentumswohnungskäufe auf Rekordniveau - Preise legen spürbar zu

Beitrag vom 27.10.2021
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Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen liegt in Österreich im Durchschnitt bei 3.709 Euro. 235.403 Euro kostete eine typische Wohnung im ersten Halbjahr 2021

Die Quadratmeterpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um +6,8 % gestiegen, im Fünfjahresvergleich sogar um +27,8 %.

Der Preisabstand zwischen Erstbezug und Bestandswohnung liegt im Bundesdurchschnitt bei +36,2 %.

 

Eine derart dynamische Preisentwicklung war nicht vorhersehbar. Die Nachfrage ist im letzten Jahr nochmals deutlich gestiegen und das hat zu spürbaren Preissteigerungen geführt. Trotzdem stehen Eigentumswohnungen bei Anlegern, aber auch bei Eigennutzern, weiter hoch im Kurs. Der Wunsch, die eigene Wohnsituation zu verbessern, in Verbindung mit der aktuellen Niedrigzinsphase, hat viele motiviert, zur Eigennutzung zu kaufen und die Inflationswolken am Horizont zu Anlagezwecken zu nutzen

 

Bewegung bei den Wohnungsgrößen

In den meisten Bundesländern waren die durchschnittlichen Wohnflächen größer als in den letzten Jahren. 68,9 m² Wohnfläche sind der Österreichdurchschnitt. Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen sind somit auch auf die größere Wohnfläche zurückzuführen.

 

WIEN

Nicht nur teurer, sondern auch größer!

Die Wiener Eigentumswohnungspreise sind um +12,6 % auf 272.093 Euro gestiegen, davon sind jedoch allein 5,8 % den größeren Wohnflächen zuzuschreiben. Statt 60,9 m² lag die durchschnittliche Wohnfläche 2021 bei 64,4 m², größer als in allen sechs Jahren zuvor.

Die typischen Quadratmeterpreise steigen von 4.263 Euro auf 4.499 Euro (+5,5 %).

Größere Wohnungen bieten mehr Platz für die Familie und für den Homeoffice-Arbeitsplatz und die Finanzierungsmöglichkeiten dazu sind noch immer historisch betrachtet einmalig günstig.

 

NIEDERÖSTERREICH

Das flächengrößte Bundesland, Niederösterreich, ist auch heuer wieder der viertgrößte Wohnungsmarkt unter den Bundesländern.

2.972 Wohnungsverbücherungen sind um +6,4 % mehr als im ersten Halbjahr 2020.

Die Durchschnittspreise lagen im ersten Halbjahr 2021 in Niederösterreich bei 187.983 Euro, um +6,6 % oder +11.572 Euro über dem Vorjahreszeitraum.

 

Preisdifferenz zwischen Speckgürtel und Randzonen

Räumlich und preislich weit auseinander finden sich die Preisklassen: im günstigen Segment – vor allem im oberen Wein- und Waldviertel und in den Alpenlagen – kostete ein Viertel aller Wohnungen weniger als 121.674 Euro (+5,8 %). Im teureren Segment – meist im Umland von Wien – dagegen ein Viertel mehr als 247.000 Euro (+5,0 %).

Die Quadratmeterpreise stiegen im ersten Halbjahr in Niederösterreich erstmals auf über 3.000 Euro, genau genommen auf 3.069 Euro (+2,7 %). Im Fünfjahresvergleicht bedeutet das ein Plus von 18,7 %.

 

Im Bezirk Gänserndorf kostet eine typische Eigentumswohnung etwa 195.791 Euro und entspricht einer Preissteigerung um +14,0 %.

 

Der Kaufvertragssammlung von IMMOunited zufolge waren im ersten Halbjahr 2021 von den verbücherten Eigentumswohnungen 37,7 % ausgewiesene Bauträger-Objekte, also Neubauten oder Generalsanierungen. Eine Wohnung im Erstbezug ist im Schnitt in Wien aktuell um +17,6 % teurer als eine Gebrauchte. Der Erstbezugsaufschlag ergibt in Niederösterreich eine Preissteigerung um +47,9 %.

 

CORONA-FLUCHT AUFS LAND MIT ZAHLEN BELEGBAR?

Immer wieder hörte man insbesondere in Zeiten des Lockdowns, dass sich viele Städter nach einem Leben auf dem Land sehnen. Aber haben sie deswegen ihre Sachen gepackt, ihre Wohnungen in der Stadt verkauft und sind wirklich aufs Land gezogen?

Wien: Fehlanzeige!

Den 7.832 Wohnungskäufen in Wien stehen 1.894 in den Bezirken Baden, Tulln, Korneuburg, Bruck/Leitha, Gänserndorf und St. Pölten-Land gegenüber. Während in Wien um +14,9 % mehr verkauft wurden, waren es in den niederösterreichischen Nachbarbezirken nur um +6,1 % mehr als im ersten Halbjahr 2020.

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